Fürst Bismarck kein Feind der katholischen Kirche. 237
fehlbar, er sündigte, er bereute seine Sünde und weintebitterlich über sie; von dein Papst, glaube ich, dürfenwir das nicht erwarten.
4. Fürst Gismarck kein Feind -er katholischen Kirche.
14. April 1878.
Der Graf v. Brühl erwiderte dem Ministerpräsidenten aufdie vorstehend mitgeteilte Rede, derselbe sei mit seiner Ansicht, derheilige Petrus sei kein unfehlbarer Papst gewesen, denn er habeseine Sünden bereut, im Irrtum. Petrus habe gesündigt undseine Sünden bereut, ehe er Papst war. Uebrigens habe er, GrafBrühl, sich darüber gefreut, daß heute der Ministerpräsident sichmit dem Freiherrn v MalHahn so offen als einen entschiedenenFeind der katholischen Kirche erklärt habe. Dieser Standpunktführe allerdings zu der Konsequenz, daß die Katholiken, so langesie an Nom hängen, das heiße, so lange sie katholisch seien, impreußischen Staate nicht geduldet werden könnten, sondern hinaus-gejagt oder totgeschossen werden müßten. Es sei keineswegs richtig,daß der Papst durch das Dogma von seiner Unfehlbarkeit ein andrergeworden sei, das könnte man schon aus dem kleinen katholischenKatechismus lerne». Der Ministerpräsident werde es wohl nichtverlangen und auch nicht durchsetzen können, selbst nicht mit Blutund Eisen, daß irgend ein katholisches Schulkind ihm glaube, derPapst sei ein Tyrann gegen die Bischöfe; was die Katholiken zuglauben haben, wüßten sie viel länger als der Ministerpräsi-dent auf der Welt sei. Letzterer erwiderte auf diese scharfenAusfälle:
Der Herr Vorredner hat mir durch eine seinerKampfesweise eigentümliche Wendung Anlaß zur Er-widerung gegeben. Ich muß deshalb einen von denvielen Jrrtümern, die er uns hier kundgegeben hat,