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7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
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218 Die Reichstagssession von 187475.

nicht gefunden, daß auf seiten der Fortschrittsparteivon dieser Unumgänglichkeit, mitunter die persönlicheMeinung Sr. Majestät des Kaisers und seine Stimmungzu berühren, eine Ausnahme gemacht wird; und wennder Herr Abgeordnete Richter glaubt, daß er sich korrekterin dieser Beziehung verhalten hat, so zeigt das nur, ivieschwer es ist, der Versuchung zu widerstehen. Kann manpersönlicher von Sr. Majestät sprechen, als wenn manihm zumuten will, Ausgaben auf sein Kronfideikommißzu übernehmen? (Heiterkeit) wobei der Herr Abgeordneteja ganz vergißt, daß Se. Majestät der Kaiser gar keinFideikommiß besitzt, und er ihn auf seine Anleihe beidem Könige von Preußen verweist, daß Se. Majestätder Kaiser überhaupt Nepräsentationskosten in seiner Stel-lung dem Reiche sonst in keiner Weise verursacht. Ichmöchte sagen, wenn Sie Sr. Majestät dem Kaiser ge-statten, seine Haustruppen, seine Gardetruppen so zu be-handeln, wie er es als König von Preußen immer konnte,und wie es ihm auch in der Konfliktszeit nicht bestrittenworden ist, so ist das doch nur eine kleine Abschlags-zahlung dafür, daß Se. Majestät der Kaiser das Reichniemals mit einem Anspruch auf eine Civilliste oderetwas Aehnliches belästigt hat. (Bravo!)

Der Abgeordnete Richter erwiderte hierauf:Wir habennns nur dagegen erklärt, daß man die Person des Kaisers gewis-sermaßen als eins höhere Instanz über dem für alle kaiserlichenRegierungshandlungen verantwortlichen Reichskanzler hingestsllt undgefordert hat, auf persönliche Wünsche Rücksicht zu nehmen, imGegensätze zu sachlichen Erwägungen. Wenn Sie das aber in derWeise bei andern wichtigeren Dingen fortsetzen wollen, dann kom-men wir schließlich dahin, daß wir hier abstimmsn für oder gegenden Kaiser. Das möchte ich sowohl im Interesse des Konstitutio-nalismus, als auch der kaiserlichen Würde vermieden wissen, auchin kleinen Dingen." Fürst Bismarck: