Druckschrift 
7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

Die Löhnungsverhältnisse der preuß. Militärmannschaften. 219

Ich muß bemerken, daß ich soweit doch in meinenAeußerungen nicht gegangen zu sein glaube, daß ichirgend jemand es nahe gelegt hätte, sie dahin zu ver-stehen, als solle hier abgestimmt werden für oder gegenSe. Majestät den Kaiser. Wenn ich so habe verstandenwerden können, so muß ich es doch dahin rektifizieren,daß ich mich nur verwahrt habe gegen die Voraussetzung,daß es sachlich ganz gleichgültig sei, welchen Eindruckirgend ein Beschluß auf Se. Majestät den Kaiser mache,und daß wir nicht das Recht hätten von seiten desRegieruugstisches ist es ja notwendig aber daß nichtauch ein Abgeordneter das Recht hätte, von der PersonSr. Majestät da, wo sie so wesentlich beteiligt ist, zureden. Die Eindrücke, welche die Sachlichkeit eines Be-schlusses auf die sachliche Auffassung Sr. Majestät desKaisers macht, sind politisch doch keineswegs gleichgültig, für viele Herren im Lande möglicherweise, aber ge-wiß nicht für diejenige Persönlichkeit, die für die Hand-lungen, welche aus den kaiserlichen Eindrücken hervor-gehen, die Verantwortlichkeit tragen soll, für den Kanzler.Für mich ist es durchaus nicht gleichgültig, wie dieserEindruck ist.'

Der Antrag der Budgetkom Mission wurde darauf ab-gelehnt, die Regierungsvorlage durch Auszählung mit 168gegen >15 Stimmen bewilligt.

Der Reichskanzler hat in dieser Session das Wort nicht mehrergriffen; dieselbe wurde am 30. Januar l87ö durch den Präsidentendes Reichskanzleramts, Staatsminister I)r. Delbrück, geschlossen.