Die Löhnungsverhälnisse der preuß. Militärmannschaften. 215
Ueberzeugung, sie hat sich zweimal gut geschlagen, einmalin dem Gefühl als deutscher Soldat, das zweitemal noch,um den sächsischen Farben, die sie getragen, Ehre zumachen. Wenn ich dies als Imponderabilien bezeichnet^so wird mir jeder, der Soldat gewesen ist — und diemeisten von uns sind es gewesen — und der die eigen-tümliche Anhänglichkeit, die den Deutschen an seine Far-ben fesselt, vom Korpsband bis an die Fahne und Uni-form, zu schätzen weiß, recht geben, wenn ich Sie bitte,diese Verhältnisse mit Zartheit und Vorsicht zu behandeln,und ich würde es lieber sehen, wenn auf diesen Antragverzichtet würde. (Bravo!)
Der Kommissionsantrag, zunächst ohne praktische Bedeu-tung, wurde gleichwohl angenommen.
10. Die Lühinnrgsvcrhäitnisse der preußischenMilitürmamlschafteii.
11. Dezember 1874.
Der Etatsanschlag forderte zur Löhnungserhöhung für die preußi-schen Gefreiten und Gemeinen um je 18 Mark jährlich die Summevon 4838 112 Mark. Die Budgetkommission beantragte in der 28.Sitzung am 11. Dezember durch ihren Berichterstatter, Abgeordnetenlli-, Wehrenpfennig: „Auf die vorgeschlagsne Solderhöhung denMehrertrag an Sold, welchen einige Garderegimenter gegen gleich-artige Linienregimenter, desgleichen die Garnisonszulagen für Ber-lin, Potsdam, Charlotteuburg und Burg Hohenzollern, jedoch mitder Maßgabe in Anrechnung zu bringen, daß kein Truppenteil wenigerSold als bisher erhält, demnach statt 4838 t 12 Mark nur 4723 686Mark zu bewilligen." Nach dem Kriegsminister v. Kamele ergriffder Reichskanzler das Wort:
Ich erlaube mir auch meinerseits die Bitte auszu-sprechen, in dieser sehr dankenswerten Erhöhung des