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7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
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Der Krieg von 1870 und die Jesuiten. 209

mich jetzt doch nötigt zu sagen. Wir sind ja weit ent-fernt, den Papst als das Haupt der katholischen Kirchenicht mehr anerkennen zu wollen; das braucht der HerrVorredner uns nicht in dieser schulmäßigen Weise dar-zulegen, daß Seine Heiligkeit der Papst das ist; wir er-kennen ihn auch in dieser Eigenschaft vollkommen an.Aber es ist die Eigenschaft, das Haupt einer Konfessionzu sein, welche in Deutschland Bekenner hat, noch keinGrund, einen diplomatischen Vertreter bei einem solchenHaupte zu haben. (Sehr richtig!) Ich wüßte nicht, daßwir bei dem Haupte irgend einer andern Konfession unsdiplomatisch vertreten ließen. Ich wüßte auch nicht, daßin andern Staaten, wo ähnliche Verhältnisse, wenn auchnicht auf der breiten und großen Grundlage, wie sie diekatholische Kirche darbietet, die aber doch in die Millionenhineingehen, vorhanden sind, — daß zum Beispiel derKaiser von Rußland bei deni armenischen Patriarcheneine diplomatische Vertretung unterhielte, obschon diearmenischen Unterthanen Rußlands auch wohl nach Mil-lionen zählen mögen. Darin liegt immer eine Analogie,und wir sind weit entfernt, irgendwie die Gefühle, welchedie Katholiken mit dem Papste verbinden, kränken oderihnen irgend zu nahe treten zu wollen. Wir erklärennur: wir haben jetzt nicht oder überhaupt nicht das Be-dürfnis, diplomatische Geschäfte an dem römischen Stuhlezu machen oder irgend welche Fragen dort auf diploma-tischem Wege, wie dies früher wohl geschehen ist, zu ver-handeln. Sollte die Notwendigkeit dafür eintreten, sohaben wir in Rom Diplomaten, denen wir Auftrag gebenkönnen, und haben Leute, die wir provisorisch hinschickenkönnen; und sollte sich jenials wiederum das BedürfnisHerausstellen, eine dauernde diplomatische Vertretung in