Die Enthüllungen Lamarmoras; ungarische Legion rc. 131
sicher voraussehen mußten, daß sie den Bund und seineVerfassung sprengten. Der Herr v. Schorlemer hat fernerbehauptet — und das ist eine Behauptung, die in die-selbe Kategorie der heutigen von Herrn v. Mallinckrodtgehört — ich hätte die Ungarischen und Dalma-tischen Regimenter 186 6 zum Abfall auffor-dern lassen. Es ist einfach nicht wahr, undwenn der Abgeordnete so bereitwillig ist, von mir überdie manifestesten offenkundigsten Thatsachen, z. B. ob helltedie Sonne scheint, etwa einen Beweis zu verlangen, denman augenblicklich theoretisch nicht erbringen kann, denaber der Abgeordnete offenkundigen, von niemand inZweifel gezogenen Thatsachen gegenüber oft fordert, sohat er sehr gut in seiner Disputierschule gelernt, jedes-mal nach Beweisen zu fragen, und diesem Rufe begegneich aus dem Zentrum jederzeit als Disknssionsmittel.
Es sind eine Menge Dinge, die bekannt sind, zuderen Beweis man aber Bücher und Vorlesungen bei-bringen müßte, wenn er im Augenblicke wissenschaftlichgeführt werden sollte. Für die behauptete Thatsache von1866 würde der Abgeordnete aber doch irgend einenBeweis beibringen müssen. Es ist weltbekannt, daß sicheine Ungarische Legion aus ungarischen Kriegsgefangenenhier gebildet hat; es wurden uns in der Beziehung An-erbietungen schon bei Ausbruch des Krieges gemacht;ich habe sie damals zurückgewiesen, obschon es gewißeine schwere Verantwortung für einen Minister war, ineinem Kampf mit einem so waffenmächtigen Reich wieOesterreich — die unsrigen waren damals nicht erprobt— irgend eineil Beistand zurückzuweisen, der nach Kriegs-recht möglich war, es wäre das eine Unterschätzung desGegners gewesen. Indessen da ich immer darauf gerechnet