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7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
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Die Landtagssession von 187374.

Politik als Minister, sondern ich habe gelernt,meine persönliche Ueberzeugung den Bedürf-nissen des Staates unterzuordnen. Ich glaube,daß es so sein muß, und ich halte es für eine schlechteUeberzeugungstreue, die im Staatsdienst sagt: mag dasKind mit dem Bade ausgeschüttet werden, mag der Staatzu Grunde gehen, es ist meine Ueberzeugung, ich kannnicht anders. Das können Fraktionsmitglieder, die desMorgens ihre Führer fragen, wie sie sich zu verhaltenhaben. Es erinnert mich das immer an die falsche Mutterim Salomonischen Urteil, die dafür stimmte: zerschneidetdas Kind, zertrümmert den Staat, gut, mir soll es rechtsein, wenn ich nur meinen Willen habe. Das ist wiederumein Luxus der Unabhängigkeit, den sich ein Fraktions-mitglied in der Stellung des Herrn Vorredners sehr guterlauben kann, denn er wird selbst seine Fraktion durchdie Stellung, die er nimmt, noch nicht erheblich schädi-gen können, den sich aber ein leitender Staatsmann, wieich, nicht erlauben kann. Also ich schicke voraus, daßich meine persönliche Meinung unter Umständen demStaatsbedürfnis unterordne.

Wenn der Herr Vorredner dann an den prägnantenSchlußsatz meiner alten Rede*) erinnert ich habe sielange nicht gelesen; aber als sie vorhin verlesen wurde,habe ich sie wirklich mit einiger Befriedigung angehört;ich glaube, sie war oratorisch nicht übel. (Heiterkeit.)Aber welches auch der Inhalt sein mag, so kann ich dochunmöglich ich wenigstens, von dem Herrn Vorredner-lasse ich es ungesagt sein wenn ich als evangelischer

*) Vgl. Band I., Seite 123:Ich hoffe es noch zu erleben,daß das Narrenschiff der Zeit an dem Felsen der christlichen Kirchescheitert".