118 Die Landtagssession von 1873—74.
licher Staat wäre, kämm Sie damit auch nicht voll-ständig bis an die Grenzen der Logik, die Sie erstreben;Sie können das eigentlich nur im Kirchenstaate, derein geistliches Oberhaupt hat.
Sie kommen also notwendig darauf, nicht nur denKirchenstaat in Italien zu erhalten — das ist ja einesehr geringe Forderung im Vergleich mit derjenigen, dieSie hier Ihren evangelischen Mitbürgern stellen — son-dern den Kirchenstaat auf die Gesamtheit der Welt ans-zudehnen, überall, wo nur einige Katholiken darin wohnen.In letzter Instanz. .. (Murren im Zentrum) — dieseBehauptung bitte ich Sie zu widerlegen, aber nicht mitunartikulierten Lauten der Entrüstung totmachen zu wollen— in letzter Instanz sind Sie doch verpflichtet, sich dementscheidenden Urteil des Papstes zu fügen. Die Herrenverlangen Ihrerseits Achtung vor Ihrer Ueberzeugungvon uns, aber ich darf sagen. Sie zollen uns evangeli-schen Christen nicht die Achtung, die wir auch für unsreUeberzeugung beanspruchen dürfen. (Unruhe.) Wir strebenja nach dem Frieden, in dem mir früher mit Ihnen ge-lebt haben, mehr als nach Ihrer Ansicht der Fall ist,aber Sie müssen nicht vergessen, daß wir in einem pari-tätischen Staate leben, wo die religiöse Ueberzeugungeines jeden Einzelnen nur bis zu einem gewissen Gradeihren Ausdruck in den Gesetzen finden kann, wo vielenoli MV taiiAvrv sind, die von Ihnen nie hätten berührtwerden sollen, und die nicht Hütten in das weltliche Lebenhineingezogen werden sollen. Ich laufe da Gefahr, aufdie Sache selbst zu kommen, was nicht in meiner Absichtgelegen hat; ich wollte nur von meiner persönlichen Stel-lung zur Sache sprechen.
Wenn der Herr Vorredner die Einzelheiten meiner