Druckschrift 
7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

Die Reichstagssossion von 1878.

Frhr. v. Hoverbeck beantragte, diesen Posten zu streichen, dennes sei nicht notwendig, daß das Deutsche Reich in jeder Hauptstadtein eignes Haus für seinen Botschafter oder Gesandten habe. DerReichskanzler verteidigte die Position:

Die Summe von 250,000 Thalern, — wenn über-haupt auf den Ankauf eines Hauses eingegangen wird— hat sich bisher in zwei Fällen als ausreichend er-wiesen, die sich beide zerschlagen haben, weil nicht sofortabgeschlossen werden konnte, der eine unter Benutzungeiner Reugeldklausel, der andre, weil der Verkäufer nichtsolange warten wollte, bis ein Reichstagsbeschluß extra-hiert werden konnte. In beiden Fällen waren es sehrausreichende und geeignete Häuser zu 250,000 Thalern.Die Forderung dem Reichstage gegenüber so zu,präli-minieren, daß, falls sich auch ein vorteilhafter Ankauf zueinem höheren Preise machen ließe, indem man gleicheine höhere Summe forderte, die auch dazu ausreichte,hat doch Bedenken. Das Budget ist ein öffentlichesAktenstück; wenn darin steht, daß die Reichsregierung etwa400,000 Thaler zur Verfügung gestellt hat, um ein Hauszu kaufen, so wird kaum noch ein Hauseigentümer wenigerals 400,000 Thaler fordern, er wird jedenfalls versuchen,zu bekommen, was im Budget ausgesetzt ist. Solche An-käufe, bei denen man ein Grundstück vorteilhaft erwirbt,von dem sich ein Teil wieder veräußern läßt, sind inPetersburg häufiger zu machen als an andern Orten,weil es dort sehr große Grundstücke gibt, die nicht seltendurch ein ganzes Häuserkarree gehen und nach zweiStraßen hin Front haben, und wir sind schon zweimalin der Lage gewesen, auf Häuser der Art zu reflektieren.

Die Frage, ob überhaupt ein eignes Botschafterhotelgekauft werden soll, ist ja eine prinzipielle, die von der