Die Zollbeschwerden mit Rußland. 69
auf die inneren Angelegenheiten des Nachbarlandes ein-wirkenden Verhandlung wäre es doch nicht möglich, daßdie Regierung irgendwie ihr Eingehen auf die gemachtenVorschläge bethätigte. Daß die öffentliche Meinung hierdiskutiert wird, ist mir im Gegenteil nicht unangenehm;ich glaube, das ist auch vielen aufgeklärten Staatsmän-nern in Rußland nicht unangenehm. Ja, es wäre mirsogar lieb, wenn diese Diskussion sich ein klein wenigmehr ins Detail vertiefte, ein Detail, bei dessen Ver-besserung die Interessen beider Länder, ganz abgesehen vonallen volkswirtschaftlichen Theorien, gewinnen würden.
Der Herr Vorredner berührte den Punkt, daß nichtsowohl die Höhe der Positionen als die Ungewiß-heit der Positionen, in welchen nach den Anordnungeneinzelner Behörden die importierte Ware von einem Mo-nat zum andern ausgetauscht und umgewechselt werdenkann, vorzugsweise drückend empfunden werde, die Un-gewißheit der Höhe des Zolls, welchen nach der Klassi-fizierung im Tarif, nach inzwischen eintretenden, demHandelsstand nicht immer sogleich bekannten Aenderun-gen, eine Ware von bestimmter Beschreibung zu zahlenhat. So gibt es manche andre Details, bei deren KritikSie, wie ich glaube, viele Sympathie in den leitendenKreisen von Petersburg finden würden, wenn Sie dieSonde auf diese Einzelheiten legen wollten. Aber dieso häufig wiederholte allgemeine Aufforderung: Schafftuns eine andre Zollgesetzgebung in Rußland, denn unsreOstseeprovinzen nach ihrer abgeschlossenen Lage leidenunter der jetzigen — hat an sich wenig Erfolg; daß dieLage ihre großen Beschwerden für unsre Provinzen hat,das ist ja seit fünfzig Jahren eine anerkannte Sache.Noch viel schlimmer war es vor der jetzigen Eisenbahn-