Zum Reichspreßgesetz.
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Sie den vollen Abschluß der Bundesrats-Verhandlungenabwarten. Wenn Sie etwa, wie mein Wunsch wenigstenssein würde, die heutige zweite Beratung absetzten undsie aus acht bis zehn Tage hinausschöben! Hat dann derBundesrat sich nicht so beeilt, daß er in Ihrer BeratungMitwirken kann, so bleibt Ihnen jedenfalls noch Zeit, diebeiden ausstehenden Lesungen dieses Gesetzes selbständigzu absolvieren.
Der Abgeordnete Herz fand in der Erklärung des Bundes-koimnissars und derjenigen des Reichskanzlers einen gewissen Wider-spruch ; eine Vertagung würde wahrscheinlich aä oalsnclas ^raeoasdauern. Fürst Bismarck:
Der Herr Vorredner, wenn ich ihn recht verstandenhabe, hat gesagt, es sei ihm von dem Herrn Kommissa-rius und mir nicht mit der wünschenswerten Aufrichtig-keit entgegengetreten worden. (Rufe: Das hat er nichtgesagt!) Dieser Vorwurf wäre nicht begründet, wenn erausgesprochen wäre . . . (Präsident: Ich glaube, sagenzu dürfen, er ist nicht ausgesprochen.) Dann habe ichwegen der Entfernung und der Tragweite der Stimmenmißverstanden.
Der Herr Kommissarius und ich haben vielleicht vonder Schnelligkeit, mit der der Bundesrat arbeitet, eineverschiedene Schätzung (Heiterkeit), ich habe diese Schnel-ligkeit höher taxiert als mein Herr Nachbar. Das ist,glaube ich, die einzige Nuance zwischen unsren Auffas-sungen. Ich habe sie vielleicht deshalb höher taxiert, weilich den sehr lebhaften Wunsch habe, daß ein Preßgesetzzu stände kommt, und zwar noch in dieser Session, einWunsch, der schwerlich allseitig geteilt wird, und dessenVerwirklichung davon einigermaßen abhängt, ob ich inder Durchführung dieses Wunsches Beistand im Reichs-tage finde oder nicht.