Der Diktaturparagraph und die ultramontane Partei. 39
an dem festen Entschluß, allen Gegnern des Reiches einefeste Stirn zu zeigen, daran zweifeln Sie nicht! (Bravo!)
Die Beratung des elsaß-lothringischen Rechenschaftsberichtswurde in der 34. Sitzung am 17. Mai fortgesetzt; der AbgeordneteWindthor st nahm dabei Gelegenheit, dagegen zu protestieren,„daß der erste Rat der Krone kein Bedenken gehabt habe, einemAbgeordneten (ihm, Windthorst selbst) gegenüber, der die Landes-beschwerden zum Vortrage bringt, derartige direkte und indirekteVorwürfe zu machen, wie sie z. B. in der gestern verlesenen De-pesche eines ungenannten Diplomaten über irische Verhältnisse ent-halten waren. Aber diese Kampfesweise ist unsrem verehrten HerrnReichskanzler sehr geläufig." Der Reichskanzler erwiderte:
Der Herr Redner hat einen wesentlichen Teil seinergestrigen Rede und auch der weinigen heute zu wieder-holen für nötig gefunden. Ich kann keinen andern Grunddafür ausfinden, als vielleicht den alten lateinischen Schul-satz: I-Spotitio 68t inatsr 8tuckioi-uin. (Heiterkeit.) Erhat indes, wie ich wohl darauf gefaßt sein konnte, meineWorte nicht ganz mit derselben rücksichtsvollen Unpartei-lichkeit, die ihn bei seinen eignen Citaten geleitet hat,wiederholt, und sich über Nacht künstlich in die Schuß-linie gewisser von ihm mir zugeschriebener Vorwürfe ge-stellt, die ich ihm gar nicht gemacht habe, vielleicht bloßum zur Anwendung des so wirksamen Tones der sitt-lichen Entrüstung und der gekränkten Unschuld Gelegen-heit zu haben. Denn das hat mir doch in der Thatnicht beikommen können, daß ich dem Herrn Abgeordne-ten gestern das Recht zur Beschwerde im Namen desVolkes, dessen Bedrückung von ihm geschildert wurde,bestritten hätte; ich habe ihm bloß die Nichtigkeit unddas Zutreffende seiner Behauptungen bestritten, aber dasRecht — was sollte mir denn das auch helfen? — das