612 Ccntre — Ccntrifuaalkraft.
dem griech. Lonbrou, Stachel, Spitze), 1) Mittel-punkt; 2) Mitte.
Ccutre, County im nordamerik. UnionsstaatePennsylvania, u. 41° n. B. n. 77" w. L.; Eisen-u.Kohlenlager; 34,418 Cw.; Countysitz: Bellsonte.
Centrecht, s. u. Cent (Rechtsw.).
Centrevikle, Dorf im County Fairfax desnordamerik. Unionsstaates Virginia. Hier EndeAug. 1862 siegreiche Gefechte der Unionisten gegendie Föderalisten.
Centrifugal (v. Lat.), vom Mittelpunkte ab-strebend; das Gegentheil: centripetal.
Ccntrifugalgebläse, Centrifugalventilä-tor, Maschine, welche dazu dient, mit Hilfe derCentrifugalkraft einen Luftstrom hervorzubringen.Verwendet wird der C. als Gebläse für Ofen u.Schmiedefeuer, zum Abblasen des Staubes beiReinigungsmaschinen für Getreide, zum Sortirenin leichtere u. schwerere Sorten bei Samen u.Mehl, dann zur Ventilation von Brunnen, Berg-werken, Arbeitssälen rc. Der C. besteht aus einerfest gelagerten Welle, welche durch Riemen oderZahnräder in sehr schnelle Umdrehung (300 bis2500 Drehungen in der Minute) versetzt wird.Mit der Welle durch Anne verbunden drehen sicheine Anzahl ebener oder gebogener Flügel ausdünnen Metall- oder Holzplatten. Diese Flügelwerden von einem feststehenden Gehäuse um-schlossen, das concentrisch mit der Welle bis zumBeginne der Flügel kreisförmige Öffnungen für denEintritt der Luft enthält. Seitlich schließt sich dasGehäuse möglichst dicht an die Flügel, der Um-fang desselben dagegen nähert sich dem Flügel-umfange nur an einer Stelle u. entfernt sich vonhier aus immer mehr vom äußeren Ende derFlügel, bis es schließlich in die eine Wand desdie Luft abführenden Kanals übergeht, dessenandere Wände sich an die Seitenwände des Ge-häuses u. die zuerst betrachtete Stelle der Um-fassung desselben anschließen. Die Wirkungsweisedes Ventilators erklärt sich so: Durch die Dreh-ung der Flügel wird die zwischen denselben be-findliche Luft in Drehbewegung versetzt, dadurchstreben die Theilchen derselben durch die Centn-fugalkraft nach dem Umfange. Hier wird mithindie Luft verdichtet, strömt vermöge der höherenPressung in den Abflußkanal, während neue Luftdurch die concentrisch zur Welle angebrachtenÖffnungen nachströmt. Gewöhnliche Ventilatorenverursachen ein unangenehmes brummendes Ge-räusch, das sich indessen durch geeignete Construc-tion vermeiden läßt, daher geräuschlose Ven-tilatoren im Allgemeinen den Vorzug verdienen.Soll der C. nur einen Raum durch Ansaugenvon verdorbener Luft befreien, so kann das Ge-häuse fortbleiben. Man legt die Flügel dicht anden zu ventilirenden Raum u. verbindet „ihn mitdem C. durch eine der Welle concentrische Öffnung.Näheres s. Nittingers Theorie d. C.-V., Wien1857, u. Zeitschr. d. Deutschen Jng.-Ver. B. 13,14, 16 U. a. Gicselcr.
Centrifugalkraft (v. l. osntrum, Mittelpunkt,und tnAvro, fliehen), Fliehkraft od. Schwung-kraft, die bei jeder Rotation, überhaupt bei jederCentralbewegung auftretende Kraft, vermöge derendie rotir-mden Theile das Bestreben haben, sich
von der Rotationsachse zu entfernen. Sie ist nichtsals eine Form, unter welcher die lebendige Krafteines in Centralbewestung begriffenen Körpers zurWirkung kommt. C. rst, wie bereits im Art. Cen-tralbewegung erwähnt wurde, der Centripetal«kraft der Größe nach gleich, der Richtung nachaber derselben entgegengesetzt. Wir betrachten hiernur die bei der Rotation um eine feste Achse auf-trctende C. Wenn ein schwerer Gegenstand aneinem Ende einer Schnur befestigt und dann umeinen festgehaltenen Punkt der Schnur herumge-schwungen wird, äußert sich die C. in der Spann-ung, welche die Schnur erleidet n. welche, wenndie Schnur zu schwach oder die Rotation zu raschwird, das Zerreißen der Schnur bewirken kann.Daß der Stein aus einer Schleuder nicht heraus-fliegt, so lange nur beide Schnürenden festgehaltenwerden, ist lediglich die Wirkung der C. Hängtnian ein Gefäß mit Wasser in geeigneter Weisean einer Schnur auf, so kann man dasselbe raschHerumschwingen, ohne daß Wasser herausfließt,auch wenn das Gefäß in dem oberen Theil derBahn die Öffnung unten kehrt; denn durch dieC. wird das Wasser mit einer Kraft, die bei hin-reichend rascher Rotation größer ist, als die Schwere, >nach dem Boden des Gefäßes Hingetrieben. Die !an einen Schleifstein adhärirenden Wassertropfenwerden durch die C. von demselben weggetrieben,sobald die C. größer ist, als die Adhäsion desWassers an den Schleifstein; unter denselben Um-ständen spritzt der Schlamm von einem in rascherUmdrehung begriffenen Wagenrade weg. — ZnVersuchen über die Wirkung der C. dient die Cen-trifngal- od. Schwungmaschine. Eine solcheist auf Tafel II. zur Mechanik, Fig. 1 abgebildet.Das Schwungrad oo läßt sich um eine auf einemhorizontalen Brette befestigte verticale Achse dre-hen; seine Bewegung wird mittels eines Rie-mens auf eine ebenfalls um eine feste ver-ticale Achse drehbare Spule 8 von viel kleine-rem Halbmesser übertragen; während jeder gan-zen Umdrehung des Schwungrades muß folglichdie Spule und der fest mit ihr verbundene Zapfena sich so viel Mal umdrehen, als ihr Halbmesserin dem des Rades enthalten ist. Daher läßt sichdurch ein mäßig rasches Umdrehen des Schwung-rades der Zapfen a in eine rasche Rotation ver-setzen. Auf diesen Zapfen werden nun die zu denVersuchen über C. dienenden Apparate aufge-schraubt. Einige der bekanntesten und interessan-testen dieser Apparate und die mit denselben an-zustellenden Versuche mögen hier Erwähnung fin-den. Fig. 2 stellt ein großes Petroleumlampen-Gefäß dar, welches mittels der unten befindlichenMessinghülse auf den Zapfen der Schwungmaschmegeschraubt wird. Gießt man etwas Wasser in daSGefäß und setzt dasselbe dann in hinreichendrasche Rotation, so erhebt sich das Wasser durchdie Wirkung der C. in den Bauch des Gefäßesu. bildet hier einen Ring an derjenigen Stelle,wo es von der Rotationsachse am weitesten ent-fernt ist. Hatte man außer dem (der Deutlichkeitwegen am besten gefärbten) Wasser in das Gefäßnoch Quecksilber gegossen, so bildet das letzierean der weitesten Stelle des Bauches einen glän-zenden Ring, der beiderseits von Wassermigen-