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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Capellan -

Mai 1487 in Mailand, Staatssekretär des Her-zogs Franz Sforza; st. 23. Febr. 1537. Erschr.: I)s rsbus in Itaiis, gsstis sö äs bsllomeäiolaueusi, Ven. 1532 u. ö.; Historia belliiklusoiani, als Fortsetzung, Straßb. 1538, u. m. a.

Capellan (Capellanus, Caplan), 1) der aneiner Kapelle (Oratorium, LaoeUinin) zumAltardienste angestellte Geistliche, im Gegensätzezu einem Pfarrer, dem Geistlichen in einer Tauf-kirche, von welchem der C. oft ganz abhängigwar. (lapsllnnns rsAius (L.psiatinus), Hofcaplan,an einer Königs- oder sonstigen Hofkapelle, welchegewöhnlich von der bischöflichen Jurisdiction exi-mirt waren. Bnrgcapläne, an Gotteshäusern beiSchlössern der Edelleute, waren entweder wirklichePfarrer, wenn das Gotteshaus des Schlosses einePfarrkirche war, oder standen unter dem Pfarrerder Parochie, wenn dasselbe bloß Kapelle war.Hanscapläne hielten sich iin Mittelalter auchmanche Patricierfamilien in den größeren Städten,z. B. in Köln, welche Messen m ihren Hauska-pellen lasen. Lapsllani militum, Militärgeistliche.Die tkapsiinni episeopalss waren entweder Hans-secretäre des Bischofs, oder wurden an Hauptkir-chen der Diöcese als Assistenten des Bischofs beimGottesdienste verwendet. Eigene C-e waren auchan Kirchen u. Kapellen von Klöstern, Hospitälernn. dgl. Instituten mit dem Amte der Seelsorgeangestellt, ebenso bei Filialkirchen, und hießentknpellavi ourati. An Len Stiftskirchen wurdenauch Capläne gehalten, welche den Chordienst fürabwesende Domherren besorgten. Caplanei ist eineinfaches Beneficinm, welches den Inhaber bloßzur Lesung einer bestimmten Anzahl Messen imJahre in einer Kapelle u. an einem Altar ver-pflichtet. 3) In der Protestantischen Kirche aneinigen Orten der Hilssgeistliche eines Pfarrers,so v. w. Diakon. 1--

Capclle, s. Bad (Chem., S. 510).

Capellen, 1) Theodvrus Frederik van,holländischer Seemann, geb. 6. Sept. 1762 zuNimwegen; trat 1772 in den holländischen See-dienst, wurde 1783 Capitän u. zeichnete sich beimehreren Seegefechten aus. 1792, als die Fran-zosen Holland bedrohten, befehligte er mehrereKanonenböte gegen dieselben; 1799 commandirteer den Theil der holländischen Flotte, welcher zuden Engländern überging. Deshalb vor einKriegsgericht gefordert, ward er, als er sich nichtstellte, in contumaciam zum Tode vcrurtheilt u.lebte bis zum November 1813 in England. Nachder Rückkehr des Prinzen von Orauien 1814wurde er Viceadmiral. 1816 commandirte er dieniederländische Flotte, welche mit der englischenunter Lord Exmouth Algier beschoß, u. hattevorzüglichen Antheil an dem glücklichen Ansgangeder Expedition. Er st. 15. April 1824 in Brüssel alsHofmarschall des Prinzen von Oranien. 3) Go-Lard Alex. Gerard Phil., Baron van der C.,holländ. Staatsmann, geb. 15. Decbr. 1778 inUtrecht; wurde 1803Präfectursecretär daselbst, 1808Präsect in OFriesland u. 1809 holländ. Ministerdes Innern u. Staatsrath. Während der fran-zösischen Herrschaft lebte er in Deutschland; 1814ernannte ihn König Wilhelm zum niederländischenColonialminister u. verwendete ihn in mehreren

— Capcllo.

anderen wichtigen Geschäften. 1815—26 war erGeneralgonvernenr von Batavia; wurde 1828Präsident des Curatorinms der Universität inUtrecht, ging 1838 als außerordentlicher Gesandterzur Krönung der Königin Victoria nach Londonn. notificirte dem Englischen Hofe 1840 die Thron-besteigung des Königs Wilhelm II., dessen Obcr-kammerherr er nachher wurde. Er privatisirtedann ans seinen« Landgnte Vollenhoven bei Utrecht,wo er 10. April 1848 starb.

Capello (Cappella), 1) Bianca, eine Vene-tianerin aus angesehener Familie, Tochter desBartolome» C., geb. um 1548; floh mit PietroBuonaventuri, einem jungen Florentiner Kauf-mann, unter Mitnahme mehrerer Kostbarkeitendes elterlichen Hauses 1563 nach Florenz, woPietro, wegen dieser Entwendung vom Senatvon Venedig verfolgt, sich unter den Schutz desdamals für seinen Vater, Großherzog Casums,regierenden Prinzen Francesco stellte. , Dieser,eben im Begriffe, mit Johanna von Österreichsich zu vermählen, entbrannte in Liebe für Bianca,hielt aber das von Pietro nicht gehinderte Vcr-hältniß bis zur Vermählung mit Johanna geheim;erst nach Vollzug derselben trat er öffentlich niitBianca ans u. ernannte Pietro zum Palastinten-danten, ließ ihn aber, als seine Anmaßungenimmer höher stiegen, 1570 ermorden. Jndcßhatte Bianca, um den Prinzen noch mehr an sichzu fesseln, eine Schwangerschaft simulirt u. brachteihm, der von seiner Gemahlin nur Töchter hatte,ein untergeschobenes Knäblein als ihr Kind dar.Als die Großherzogin Johanna 1578 starb, wollteFrancesco auf Zureden seiner Brüder mit Biancabrechen, doch wußte diese ihn aufs Neue derartzu umgarnen, daß sie zwei Monate später schonmit ihm heimlich getraut, im Oktober 1579aber, nachdem auf seinen Wunsch der hohe RathVenedigs sie als Tochter der Republik Venedigerklärt u. eine glänzende Gesandtschaft in Begleit-ung von 90 Nobili Venedigs in Florenz die Adop-tion vollzogen, öffentlich als Großherzogin erklärtwurde. Jndeß durch ihren Stolz u. die Herrsch-sucht ihres Bruders, der eine Zeit laug Ministerin Florenz war, wurde sie bald dem Volke imhöchsten Grade verhaßt u. suchte deshalb, u. dasie den untergeschobenen Sohn nicht zur Thron-folge bringen konnte, sich mit dem nächsten Thron-erben, dem Cardinal Ferdinands Medici, auszusöh-nen, der auch 1587 mit ihr u. seinem Bruder Fran-cesco aus dem Lustschloß Poggio di Cajano eineZusammenkunft hatte. Wenige Tage danach abererkrankte das großherzogliche Paar, u. 19. Ott.1587 starben Beide, erst der Großherzog u. daunBianca, jedoch nicht, wie häufig behauptet wurde,infolge einer von Ferdinand veranstalteten Ver-giftung. Biancas Geschichte ist wiederholt michin Deutschland als Roman behandelt worden.3) Karl C., ein Verwandter Biancas; war, wäh-rend Florenz 1529—30 elf Monate lang belagertwurde, venetianischer Botschafter daselbst u. hin-terließ sehr interessante Depeschen, die in neuererZeit E. Alben in Florenz drucken ließ. 3) Gio-vanni C.; war 1646 Oberbesehlshaber überVenedigs Flotte u. Heer im Kriege gegen dieTürk-n ans Candia, mußte aber im Nov. dess. I.