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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Canot — Canova.

Weizenbau; 14,905 Ew. — C. ist das alte Ca-nusrum, eine von den Griechen gegründete, wohl-habende Stadt in Apulien, am Aufidus, nahe beidem Schlachtfelde von Cannä, wohin sich die Restedes röm. Heeres nach der verhängnißvollen Schlacht(216 v. Chr.) flüchteten. 209 v. Chr. hier Siegder Römer unter Marcellus über die Punier unterHannibal (s. Punische Kriege). Die CanusischeWolle, von gelblicher Farbe, war sehr ge-sucht. Unter den Römern fing C. au, im Wohl-stände zu sinken, obgleich es eine Colonie war(Oolonlu L.nrs11u ^uAuoba ?ia), u. kam im Mittel-alter ganz herab. 1694 wurde es durch ein Erd-beben verwüstet. 1712 erhielt Tiberius Capecewegen seiner dem österreichischen Hause geleistetenDienste den Titel eines Fürsten von C. In derNähe von C. wurden 1803 alte Gräber entdeckt,beschrieben von Millin, Par. 1813; Reste einesrömischen Amphitheaters u. Triumphbogens. 2) C.Sannita (irrig Canossa geschrieben), Markt-flecken in der italien. Landschaft Emilia, Provinzu. Bezirk Chieti, nahe bei Reggio; festes Berg-schloß, von dem toscanischen Grafen Azzo befestigt;1200 Ew. Im I. 950 belagerte hier König Beren-gar II. die hierher geflohene Adelheid (s. d. 1),welche aber Kaiser Otto I. befreite. Hier hielt sichdie Markgräfin Mathilde auf, u. hier war PapstGregor VII. 1077, als Kaiser Heinrich IV. nachItalien ging, um sich mit dem Papste auszusöh-nen u. auf die bekannte Weise im Schloßhofe vonC. Buße that (s. u. Deutschland, Gesch.). Hein-rich V. belagerte 1092 C. vergebens.

Canot(Canod), Fahrzeug derJndianer,von aus-gehöhlteu Baumstämmen (auch Rinden od. Büffel-sellen) gemacht, gewöhnlich für 3 bis 5 Personen.

Canöva, Antonio C., Marquis v. Jschia,berühmter italien. Bildhauer, geb. 1. Nov. 1757im Dorfe Possagno im Venetianischen; diente,eines armen Steinmetzen Sohn, in der Küche desGutsherrn Falieri; ward von seinem Brodherrn,dessen Aufmerksamkeit er durch einen Löwen vonButter erregte, zu einem Bildhauer in Bassano indie Lehre geschickt, kam von da auf die Akademienach Venedig, gewann bald mehrere akademischePreise u. fertigte in seinem 16. Jahre eine Statueder Eurydike. 1779 ging er mit einer jährlichenPension von der Akademie nach Rom, vollendetehier Dädalos u. Ikaros (1782), ein Werk, wel-ches allgemeine Bewunderung fand u. ihm einenAuftrag des venetianischen Gesandten Giuliano zurDarstellung des Theseus, welcher den Minotauroserlegt, verschaffte. Dieses 1783 vollendete, nunim Vvlksgarten zu Wien befindliche Bildwerk er-höhte seinen Künstlerruf so sehr, daß er 1783 er-wählt wurde, das Grabmal des Papstes Cle-mens XIV. in der Apostelkirche daselbst zu bilden(1792 aufgestellt). Nach Vollendung desselben warer (erst 25 Jahre alt) allgemein als der größteplastische Künstler seiner Zeit anerkannt, so daßunter seinem Einflüsse eine aus der Wiederbeleb-ung des antiken Geschmackes hervorgehende Re-generation der Bildkunst zu Stande kommen konnte.(Vgl. Bildhauerkunst, S. 427.) Sein DenkmalClemens' XHI. in St. Peter erhöhte seinen Ruhm(1792). Dann folgten ein geflügelter Amor, eineWiederholung von Amor u. Psyche, Venus und

Adonis, das Denkmal des Admirals Emo u. einePsyche mit dem Schmetterling; ferner eine büßendeMagdalena, in der Villa Sommariva u. GalerieLeuchtenberg; Hebe, im Museum in Berlin, Chats-worth u. im Palais Landsdowne in London; Derrasende Hercules, den Lichas ins Meer schleudernd,im Palazzo Torlonia in Rom; die FaustkämpferDamoxenos u. Kreugas, im Vatican. Museum inRom; Amor u. Psyche, sich umarmend, im Louvrein Paris, u. Palamedes; Grabmal der ErzherzoginChristine, in der Augustinerkirche in Wien; Statuedes Königs von Neapel. Während der Kriegs-Unruhen verließ er Rom, kehrte aber bald zurück.1798 u. 1799 reiste er nach Österreich u. Preu-ßen, malte nach seiner Rückkehr für die Kircheseiner Heimath ein Altarbild u. schuf dann seinenPerseus mit dem Medusenhaupte, den der Papstkaufte u. an die Stelle des nach Paris entführtenApollo von Belvedere im Vatican aufstellte. 1802wurde er Geueralinspector aller Kunstsachen imKirchenstaate u. folgte in demselben Jahre einemRufe Bonapartes nach Paris, entwarf das Modellzu einer kolossalen Statue desselben als Heros(Brera in Mailand u. Ashleyhouse in London)u. modellirte seine Büste. 1815 kam er zum zweitenMal als päpstlicher Gesandter nach Paris, umdie reclamirten Kunstschätze abzuholen, u. besuchtedann London. Bei der Rückkehr nach Rom wurdeer ins Goldene Buch des Capitols eingetragen u.vom Papste zum Präfecten der schönen Künste u.zum Marquis v. Jschia mit einem Jahresgehaltevon 3000 Scudi ernannt. Gekränkt durch dasVerfahren der Cardinäle, verließ er Rom u. zogsich nach Possagno zurück. C. war von äußersthumaner Gesinnung u. verwandte große Summen,um vielen armen Familien Unterhalt und jungenKünstlern Unterstützung zu verschaffen. In seinemGeburtsorte erbaute er eine Kirche in antikemStil, wo er die Statue der Religion aufstellte.Er lebte in den letzten Zeiten mit seinem Bruder,dem Abbb C., einem Hellenisten, zu Venedig u.st. dort 13. Oct. 1822. In der Kirche dei Frästwurde ihm ein Denkmal gesetzt. In der Akademiewird in einer Urne seine rechte Hand ausbewahrt.C. hat sich auch als Maler versucht u. legte fasteinen größeren Werth auf diese Versuche (eineschlafende Venus, ein schlafender Adonis, eineKreuzabnahme u. verschiedene Porträts), als aufseine Bildwerke. Als Bildhauer hat er das Ver-dienst, die Kunst wieder gehoben und nach einempositiven Ziele, vornehmlich der Anmuth undSchönheit, nach dem Muster der Antike geleitet zuhaben. Am besten gelingt ihm die Darstellungweiblicher Schönheit u. Grazie. Freilich verfiel C.dabei öfter ins Weichliche, Schwächliche u. Ge-zierte. Wo er irgend kann, vermeidet C. feste u.scharfe Formen, so daß seine glatten Gestalten inder Regel knochenlos erscheinen; deshalb gab erihnen öfter Politur oder auch einen gelblichen Fir-niß. Weniger gelang ihm das Würdige u. Er-habene monumentaler Composttionen, u. vollendsins Theatralische verfällt er bei heroischen Aus-gaben, wie bei den beiden Fechtern u. dem Per-seus im Vatican. Am wenigsten glücklich ist er inseinen Reliefs. Er modellirte größtentheils seineKunstwerke nur, überließ dann ihre Ausführung