418 Campanile —
Beide verdrängte die Eroberung der aus denBergen vorstürmenden Samniten (424 Capna,420 Cumä), ihnen folgten in der Herrschaft dieRömer, welche 343 v. Chr. von den Campanerngegen die Samniten zu Hilfe gerufen worden waren,nach langen, blutigen Kämpfen. Im 2, PunischenKriege bildete C. längere Zeit das Haupttheaterdes Kampfes; in der folgenden Zeit wurde eSdurch Kolonien u. Ertheilung deS römischen Bür-gerrechtes vollständig mit Rom verschmolzen. Schonvor der Eroberung durch die Römer blühte dort,durch griechischen Einfluß, die Kunst; die campa-nischen Gefäße, ungcmalte Töpferwaaren, warenweit u. breit gesucht, besonders für den gewöhn-lichen Gebrauch. Das Land blieb blühend biszur Völkerwanderung; Vandalen, Gothen, Longo-barden verwüsteten es damals, n. Letztere bemäch-tigten sich des Landes, wo nur wenige Seestädteden Byzantinern blieben; im 9. u. 10. Jahrh.blühten hier die Fürstenthümcr Bencvent, Salernou. Capna; im 11. Jahrh. stifteten die Norman-nen hier ihr Reich, dessen Hauptstadt Neapolisward, von welcher der Name nach und nach inNapoli unterging; s. Neapel.
Campanile (ital.), einzeln stehender Glocken-thurm bei einer Kirche.
llampanula D. (Glockenblume), Pflanzeugatt. ansder Fam. der Campauulaccen (V. 1), mit kreiselför-migem, fünfspaltigem Kelche, glockenförmiger, mehroder weniger tief Slappiger, im Grunde von denan der Basis verbreiterten Staubfäden geschlossenerBlumenkrone, mit unterständigem, kreifelförmigemFruchtknoten u. zwei- bis dreifächeriger, an derSeite mit Löchern aufspringender Kapsel. Sehrzahlreiche Arten, in Deutschland allein mehr als30, von denen folgende die häufigsten: 4) mitKelchen ohne zurückgeschlagene Anhängsel, u. drei-fächeriger Kapsel: 1) 6. rotunäikoUa D., mituierenförmig-rundlichen od. herz-eiförmigen Grund-blättern, linealischenStcngelblättern, locker-rispigen,verhältnißmäßig kleinen Blüthen; überall verbrei-tet. 2) 6. pusilla LarmLe, der vorigen ähnlich,aber kleiner u. armblüthiger; häufig in den Alpen.3) 0. raxrmenloiäss D., mit länglich-lanzettlichen,sitzenden, grob-gekerbt gesägten, beiderseits kurz-ranhhaarigen Blättern und lanber einseitswen-Liger Blüthentraube; zerstreut, m Gärten öfterlästiges Unkraut. 4) 0. Iraosislium L., mitscharfkantigem Stengel, herz-eiförmigen, zerstreutstdishaarigen Blättern, ziemlich großen, eine Rispebildenden Blüthen; in schattigen Laubwäldern u.Gebüschen. 5) 0. latitolia D., mit rundlichemStengel, länglich-eiförmigen, beiderseits zerstreutwcichhaarigen Blättern u. sehr großen, tranbig ge-stellten Blüthen; seltener, auch als Zierpflanze an-gepflanzt. 6) 6. pabuls. D., mit länglich-spatel-sörmigen u. lineal-lanzettlichen Blättern, mittel-großen, eine lockere Rispe bildenden Blüthen undaufrechter, über der Mitte oder an der Spitze sichöffnender Kapsel; auf Wiesen u. in Gebüschensehr häufig. 7) 0. Rapunonlns D. (Rapunzel),der vorigen ähnlich, mit dicker, fleischiger Wurzel,am Rande welligen Blättern u. , schmaler Rispemit kurzen, aufrecht abstehenden Ästen; wegen derals Salat genießbaren Wurzel zuweilen augebaut.8) 6. porsioikolia D., mit aufrechtem, einfachem
Oninprrnulinkts.
Stengel, kahlen, derben, länglich-keilförmigen bislinealischen Blättern u. großen, weit glockenför-migen, in wenig-blüthigen Trauben gestellten,himmelblauen Blüthen; in trockenen Wäldern.9) 0. earpatdier -/ireg., mit schlaffem, aufsteigen-dem, ästigem Stengel, gestielten, herz-eiförmigen,gckerbt-gesägten Blättern n. entfernt stehenden, gro-ßen, weit glockenförmigen Blüthen; in Ungarn ein-heimisch, häufige Zierpflanze in Gärten. 10) 0.esrvioaria D., mit scharfkantigem, steifem Stengel,lanzettlichen, gekerbten, steifhaarigen Blättern undzahlreichen, in achsclständige Köpfe zusammenge-drängten Blüthen mit stumpfen Kelchzipfeln; inGebüschen, lichten Wäldern u. auf trockenen Wiesen.11) 0. xlomsrata. D., mit stumpskantigem Sten-gel, länglich-eiförmigen oder länglich-lanzettlichen,am Grunde abgerundeten, grau-kurzhaarigen Blät-tern, mit ähnlichen Blüthen wie vorige, aber mitspitzen Kelchzipfeln; wie vorige, aber häufiger.8) Ueäium. Die Kelchbuchten find mit zurück-geschlagenen, die Kelchröhre bedeckenden Anhängselnversehen. 12) 6. slpina. ekasg, niedrige Pflanzeinit wolligem Stengel u. Blättern, langgesticlten,nickenden, mittelgroßen, fast tranbigen Blüthen;Alpenpflanze in oer Höhe von 1800 — 2500 w.13) 0. barbnta D., mit länglich-lanzettlichen,grundständigen Blättern, nickenden, in eine Traubegestellten Blüthen mit am Saume gebärtetcr Blu-menkronc; Alpenpflanze in der Höhe von 1300bis 2000 in, auch auf den Sudeten. 14) 6. Lls-ckium D., stcifhaarig, mit länglich-kcrbig-gezähnel-ten Blättern, großen, kurzgestielten, nickenden, inTrauben stehenden Blüthen, stumpfen Kelchan-hängseln u. kahler, am Rande umgebogener Bln-menkrone; in SEuropa heimisch, sehr häufige u.schöne Zierpflanze. Engler.
vampsnulncsas -Tuss., Pflanzenfam. aus derKlasse der Campanulinen, meist Milchsaft führendePflanzen mit meist spiralig gestellten, ungetheiltenBlättern, ohne Nebenblätter, mit zwitterigen, meistregelmäßigen Blüthen, init btheiligem od. bspal-tigem Kelche, mit ülappiger Blumenkrone, 5 öfteram Grunde verwachsenen Staubblättern, 2—5°fächerigem Fruchtknoten mit mittelständigen Samen-leisten, an denen zahlreiche umgewcndete Samen-knospen fitzen, mit oberwärts 2—5theiligem, mitSammethaaren besetztem Griffel; Frucht meist eineKapsel, deren Fächer mit einem Loche ausspringen;die Samen sind eiweißhaltig. Die Familie zer-fällt in 2 Unterfamilien: 1 ) VaiilsndoiAisao, mitan der Spitze aufspringender Kapsel; hierher:ckaoions D., I'Iatz-coäon 4. Dk7., ^VuiUsnbor§iLKH-'ack., krismatooarpus 4. DO. 2) Oampami-Isa.s, mit seitlich oder an der Basis aufspringenderKapsel; hierher: ?Ii/touiss. D., Oampannla D-,Fpsonlaria l'De'-Ä., Iraoiislinm D., 4cksnoplloraFlr'so/t. Während die Wahlenbergiecn vorzugs-weise am Cap der guten Hoffnung, in Neu-Hol«land, auf den Inseln des Indischen Archipels u.im antarktischen Amerika verbreitet sind, findet sichdie große Mehrzahl der Campanuleen vorzugs-weise zwischen 36 u. 47° n. Br., besonders auf deröstlichen Hemisphäre. Engler.
liampanuIÄus (Bot.), glockenförmig.Oampanulinae, 32. Klasse des Endlicherschen Sy-stems (Lzmrmckras 4. Dr.), mit oberständiger, 5-