Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
409
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zu Huben. Sie wurde von jenem auf eine hohe,erst neuerdings wieder erreichte Stufe gebracht.Viele derselben zeigen Inschriften, welche abernicht immer den Namen des Künstlers enthalten.Als solche kennt man u. a. Agathopos, Bvethos,Enodos, Herophylos, Koinos, Mykon, Nikandros,.Protarchos n. Solo». Besondere Berühmtheithaben erreicht: das sog. Mantuanische Gesäß, zu-letzt im Besitze des Herzogs Karl von Brann-schweig (jetzt wieder in Brannschweig); der CammeoGonzaga mit den Bildnissen Ptolemäos' I. undseiner Gemahlin Eurydike, im Gemmencabinet zuPetersburg); der Galantes st'iksrianus mit denBildnissen der Familie des Augustus, ein Sardo-nyx aus 5 Lagen, 34 ein hoch, 26 om breit, inParis; die Osmma, LwAustss., Apotheose des Au-gnstns, das schönste römische Werk dieser Art u.Zeit (12 Jahre n. Chr.); die niederländ. C., einSardonyx von 3 Lagen, Claudius als Triumpha-tor über die Briten darstellend, 26 om hoch, in:königl. Cabinet im Haag, u. der Onyx mit demPorträt des Augustus, 15 om hoch und 11 ornbreit, ans 144,000 Ll geschätzt, im Grünen Ge-wölbe zu Dresden. In der Neuzeit sind C-n alsSchmuck sehr beliebt geworden u. werden theilsaus edlen Steinen, theils aus Muscheln hergestellt.Sehr schöne C-n schnitten Fr. Barrier in Paris,Christoph Becker in Wien, Jos. Costanzi in Rom,Ant. Pichler in Neapel, Jean Le Rivaz in Paris,G. Ant. Rossi in Mailand, Jak. Trezzo in Mai-land u. Karl Voigt in München. Über Gemmenu. Edelsteinschnitt, s. d. A. Regnet.

Lamolm, Pflanze; s. OamsIIia.

Oamelms Oamtr, Pflanzengatt, ans der Fam.der (lruoikerao-Lamsiinsas (XV. 1), mit gedun-senen, birn- oder keilförmigen, über dem Kelchan-satze kurzgestielten Schötchen, deren Klappen sehrconvex, an der Spitze plötzlich in einen linealen,sich dem Griffel anlegenden Fortsatz zugespitzt sind;Samen 2reihig, mit flachen Keimblättern u. demRücken des einen aufliegenden Wllrzelchen. Arten:1) (!. ontivg, (L.) Oants (Leindotter), mit obenabgestutzten Schötchen mit anfangs dünnhäutigenKlappen; nicht selten auf Äckern, besonders unterFlachs. 2) 6. miorooarpa mit oben

abgerundeten Schötchen u. schon anfangs derbenKlappen; hier u. da als Ölfrucht gebaut, aberauch nicht selten wild ans Äckern uud an Weg-rändern. Engler.

OsmellmL. (Oamslia, Kamelie),Pflanzengatt, ansderFam. der NornstiosmiLosLs-Cloräonisas (XVI.5), nach dem Jesuiten G. I. Kamel (s. d.) be-nannt, mit bblätterigem, abfallendem Kelche undmehreren dachziegclartigen Deckblättern, 5 Kronen-blättern, vielen Staubblättern, von denen dieäußeren mit einander verbunden, die inneren freisind, mit 3»fächerigem Fruchtknoten, fast freienGriffeln u. 45 hängenden Eichen in jedem Fache;Frucht eine holzige, öfter spitze, Mehrfächerige,fächerspaltig aufspringende Kapsel mit einem oderwenigen Samen in jedem Fache, welche einengeraden Embryo mit dicken Keimblättern ent-halten; Blätter lederartig, immergrün, eiförmigu. am Rande gesägt. Von den wenigen, im öst-lichen Asien heimischen Arten sind besonders her-vorzrcheben: 1) 0. japonica , japanischer

Strauch, wegen der schönen, großen, in der Farbesehr variirenden, meist aber weißen oder rosen-rothen Blumen als Topfpflanze n. in Gewächs-häusern sehr geschätzt. Man gibt ihr eine fette,mit Sand vermischte Erde, viel Sonne, mäßigeFeuchtigkeit, stellt sie im Sommer ins Freie u.überwintere sie bei 46" Wärme; man vermehrtsie durch Stecklinge u. Ableger; von elfteren stecktman mehrere im März in einen Topf n. senktihn in ein mäßig warmes Mistbeet; in einemJahre schlagen sie Wurzel, dann versetzt man sien. bringt sie wieder ins Mistbeet. 2) 6. saoan-grm 2'änndA., durch zartere, schmälere, stumpfgesägte Blätter n. viel kleinere Blüthen ausge-zeichnet; stammt ebenfalls ans Japan u. wirdals Zierpflanze cultivirt. Engter.

Lamelopsräslis, so v. w. Giraffe.

üsomsnlum, 1) so v. w. Cement; 2) der Zahn-kitt, die Wnrzelrinde des Zahnes; s. n. Zahn.

Oamei-s (lat.), 1) gewölbte Decke; 2) Gemach,Kammer; 3) Zimmer, wo Geld anfbewahrt wurde;bes. 4) das Privatvermögen eines Fürsten; daher6. eomborum, oberste Behörde für alles die Cha-tulle des Landesherrn betreffende; vgl. Kammer(Staatsw.); 6. apostolioa, so v. w. ApostolischeKammer; Larusras nnntii, so v. w. Kammerboten.

OsmseÄe (Lamsralia), Alles, was in den Wirk-ungskreis der landesfürstlichen Kammerbehördengehört, namentlich was sich ans die Verwaltungdes fürstlichen u. des siscalischen Vermögens n.Einkommens (Domänen, Steuern, Zölle) bezieht.In weiterem Sinne bezeichnet C. überhaupt Alles,was die öffentliche Verwaltung n. Polizei imStaate, im Gegensätze zudem Gerichtswesen, betrifft.

Im Laufe des vorigen Jahrhunderts hatte sicheine besondere Disciplin, die Cameralwissenschaft,ausgebildet, welche auf die Entwickelung derNationalökonomie oder Volkswirthschaftslehre inDeutschland von unverkennbarem Einfluß gewesenist. Es war dies weniger eine Wissenschaft, alsvielmehr eine aus praktischen Gründen gemachteZusammenstellung aller für einen Kammerbeamtennöthigen Kenntnisse. Ihr eigenthümliches Wesenist daher nur aus der Geschichte der Kammer-behörden zu erkennen. Seit dem Ende des Mit-telalters bestand nämlich in den meisten deutschenLändern eine eigene Behörde für die Verwaltungder Domänen u. Regalien: die Kammer, welcherim Laufe der Zeit auch ein großer Theil der neuaufkommenden u. rasch wachsenden Polizeigeschäfteübertragen wurde. Sie war meist aus einerDeputation der Landesregierung ein selbständigesCollegium geworden; in Burgund hatte man die-sen Schritt bereits 1409 gethan, dort hatte KaiserMaximilian die Sache kennen gelernt n. durchErrichtung der Hofkammer zu Innsbruck (1498)u. Wien (1501) für Deutschland den ersten Im-puls gegeben. Kurfürst August I. von Sachsen,welcher nicht allein zur Belebung der Industriein seinem Lande viel beitrug, sondern sich auchum die wissenschaftliche Bearbeitung der ökono-mischen Lehren verdient machte, gründete zu Dres-den eine Kammer, wodurch er eine bessere Ver-waltung seiner Domänen u. Finanzen herbeiführenwollte. Nach diesem Vorbilde fanden die Kammer--Collegien auch in anderen deutschen Ländern Nach-