Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
394
Einzelbild herunterladen
 

394 Calutannsäure

Wucherung, die zuerst bindegewebiger Natur, weichu. sehr gefäßreich ist, allmählich j aber durch eineReihe von Umänderungen in normale Knochen-snbstanz sich umwandelt. Diese Gewebswucher-ung hat ihren Sitz in dem Knochenmarke, denKnochenkanälchen, der Beinhaut, den umliegendenWeichthcilen, Muskeln, Sehnen rc. und bedingtzum größten Theil die Anschwellung um die Bruch-stelle. Bei gut geheilten Knochenbrüchen ver-schwindet diese Anschwellung im Laufe der Zeitwieder vollständig. Die Umwandlung des 0. inKnochensubstanz kommt unter gewissen, nicht nä-her bekannten Bedingungen, besonders bei alten,schwächlichen oder mit manchen Leiden (z. B.Scorbnt, Knochenerweichung) behafteten Personennicht zu Stande, u. es kommt dann zur Bildungeines sog. falschen Gelenkes, einer Pseudarthrose(s. d.). C.-Wncherung nennt man die imUebcrmaße stanfindende Bildung desselben.

1> Engler. 4) Berns.

Callntannsänre (Chem.), die Gerbsäure desHeidekrautes (Calluna vulgaris Aack'sb.), bernstein-gelbe, geruchlose Masse, deren wässerige LösungSilberoxyd reducirt, Eisenchlorid grün färbt u.Zinnchlorid schön gelb fällt. Erhitzt man dieLösung mit Mineralsäuren, so färbt sie sich roth-gelb u. scheidet gelbe Flocken von Calluxanthin ab.

Clören.

Oslmnto (Musik, ital.), sanft, ruhig.

Calmcls, Anatole Celestin, sranz. Bild-hauer der Gegenwart, geb. 26. März 1825 zuParis, Schüler Bofios u. Pradiers; besuchte bis1840 die Leols äss Leaur-arts u. schmückte vieleöffentliche Gebäude von Paris mit Werken seinesMeißels: so die kaiserl. Druckerei mit einem Gu-tenberg, die Eintrachtsbrücke mit einem Kriege,das Stadthaus mit einem Papin, die KircheSaint Maurice mit zwei Reliefs, den Thurmvon Saint Jacques mit einem hl. Clemens, denneuen Louvre mit einem Massena rc. Viele sei-ner Gruppen u. Büsten befinden sich in Bronzegegossen im Kunsthandel. Regnet.

Calmen, die Gegenden des Occans in denäquatorialen Breiten, in welchen für längere Zeitvöllige Windstille eintritt; von Seefahrern gefürch-tet u. möglichst gemieden. Vgl. Passate u. Winde.

Calmct, Augustin, theologischer Schriftsteller,geb. 26. Febr. 1672 in Mesnil-la-Horgue beiCommercy; wurde 1688 Bcnedictiner in Tonl,war seit 1698 Lehrer der Philosophie u. Theolo-gie u. Prior in Moyen-Montier, wurde 1704Subprior in Münster, 1718 Abt zu Nancy, 1728in Senones; st. 25. Oct. 1757 in Paris. Erschr.: La 8ts. Lible en latiu et en Irauyaisaveo nn eommsntairs littsral et eritigus, Par.170716, 23 Bde., Auszug daraus als öibls äsVene« vom Abbe de Vence, Par. 1748, 14 Bde.,n. A. als Lidls ä'Lvignou, Avign. 17 Bde.;daraus besondersLrolegomönss äl'Leritnre saints,Par. 1720, 3 Bde., u. als Lrssor ä'antiqnitsssnoiess, Amst. 1722, 12 Bde., deutsch von Mos-heim, 2. A., Bremen 1744, 6 Bde.; visssrta-ticws, gni penvent ssrvir äs xrolsgomsnss äsl'Lvriturs ste., Par. 1720; Hist, saints äs Landenstän nouveaulastamsnt st äesjnils, Par. 1718,2 Bde.; Dietionnairs llistorigns et oritigns äs la

Calomarde.

8ible,ebd. 172228, 4 Bde. Fol., deutsch v. Glöck-ner, Liegnitz 175154, 4 Bde., im Auszuge,Hann. 177981, 2 Thle.; Ristoirs sedssiasti-gns et oivils äs 1a Lorraine, Nancy 1728, 4Bde. Fol., 174547, 7 Bde.; Histoirs univer-selle saorss et prokane, Straßb. 173571, 17Bde.; Lebensbeschreibung von Fange. Selbstbiogr.in seiner Libliotpsgus Lorraine, Par. 1763. Löffler.'

Calmiren (v. Fr.), 1) stillen, beruhigen; 2)bes. die Beruhigung der aufgeregten Nerven durchdie Magnetiseure; s. u. Thierischer Magnetismus.Calmirende Mittel (Lsäantia), kühlende, den ^Blutlaus verlangsamende, krampf-, brechen- undschmerzstillende, sowie niederschlagende Heilmittel.

Oslo (v. Ital.), der Abgang von Maaren; da-her 0. äs psso, Mangel an Gewicht; 6. äs,prsWo, das Fallen der Waare im Preise.

Calogero, Monte San (nach einem erdich-teten Heiligen benannt), heißen mehrere Berge aus !Sicilien und dessen Umgebung: 1) bei Sciacca, ^

390 m hoch, mit 45" L. heißen Salzquellen und !

Dampfbädern in Grotten; 2) bei Termini, 1325 mhoch, mit herrlicher Aussicht; 3) auf der InselLipari, mit 42" R. heißen Quellen, Dampfbädernu. Versteinerungen.

Calomarde, Don Francisco Tadeo, WasC., spanischer Staatsmann, geb. 1775 im FleckenVillel in Aragonien, der Sohn armer Eltern;machte als Lehrer in einer Familie zu Saragossaseine Studien, wurde daselbst Doctor der Rechte ^u. Advocat u. erhielt, da er sich hohe Ziele ge-steckt, durch die Heirath mit einer Nichte des Leib-arztes des Königs eine Anstellung im Justizmini- -sterinm. 1808 ging er mit der Central-Junta nachSevilla, dann nach Cadiz u. wurde dort oberster ^Beamter im Justizministerium. Bei der Rückkehr iFerdinands VII. nach Spanien huldigte er ihmsofort u. erhielt dafür die erste Stelle in der 8s-erebaria general äs Inäias, wurde aber, da erfür die Vergebung eines Bisthums in Amerikaeine bedeutende Geldsumme annahm, nach Toledound nach heimlicher Rückkehr nach Madrid 1816nach Pamplona verbannt. Nach Wiederherstellung ?der Constitution trat er auf Seite der Liberalen,fand aber kein Vertrauen; erst bei der Wiederher-stellung des unumschränkten Königthums 1823 zumSecretär der Regentschaft ernannt, ward er als ^ein brauchbares Werkzeug der Reaction erkannt, >wurde Secretär der Lainara äsl real patronat» :u. 1824 Justizminister, in welchem Amte er, dervollen Gunst des Königs sich erfreuend, den Ab-solutismus aufrechterhielt, die Geistlichkeit begün-stigte, die Jesuiten zurückberief u. jede freisinnigeBewegung verfolgte und unterdrückte. Daneben .aber suchte er, die Zukunft ins Auge fassend, auchbei Don Carlos sich in Gunst zu setzen u. warder Erste, welcher bei dem Scheintode FerdinandsSept. 1832 dem Jnfanten Don Carlos als Kö-nig huldigte. Als der König sich wieder erholte,trug C. hauptsächlich dazu bei, daß Ferdinand VII.das die Aufhebung des Salischen Gesetzes verfü-gende Decret vom 29. März 1830 durch ein sol-ches vom 31. Dec. 1832 zurllcknahm, mußte aber,als Ferdinand das letztere Decret für erschlichenerklärte, mit den übrigen Ministern abtreten u.wurde auf seine Güter in Aragonien verwiesen,