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Busbccq -
Bnsbeefl, Augier Ghislain de, belgischerStaatsmann u. Gelehrter, geb. 1522 zu Cominesin Flandern; trat in die Dienste des röm. KönigsFerdinand, wurde 1552 Gesandtschaftsecretär in Lon-don; 1554 zu Soliman II. nach Amasia zur Ver-mittelung des Friedens gesandt, erhielt er einensechsmonatlichen Waffenstillstandn.ward darauf Ge-sandter in Constantinopel, wo er 7 Jahre verweilteu. einen 8jährigen Waffenstillstand abschloß. Ersammelte während dieser Zeit viele alte Inschrif-ten, Medaillen u. Manuscripte u. fand den An-kyranischen Marmor aus; ward nach seiner Rück-kehr 1563 Vorstand der k. k. Hofbibliothek, be-gleitete 1564 die Erzherzoge, deren Lehrer er war,an den spanischen Hof u. 1570 die ErzherzoginElisabeth zu ihrer Vermählung mit Karl IX.nach Frankreich, blieb dort als ihr Hofmarschallund wurde nach deren Wegzug ans Frankreich1582 kaiserlicher Botschafter am französischen Hofe.B. wollte wegen innerer Unruhen nach Flan-dern flüchten, ward aber unterwegs von Soldatenangefallcn; er st. 28. Oct. 1592 auf dem SchlosseMaillot bei Nonen. B. schr. u. a.: Itinsraria, 6on-staniiiiopolitanum st L,masiLmiM, st äs rs mi-litari oontra 'I'nroas institusnäa sonsilinm, Antw.1582, auch als: Osgationis tnreieas spistolas IV,Par. 1589 u. ö., deutsch, Franks. 1596; Lxistolasaä Onäoixkium II. s Aallia, scriptae, Brüssel1632. Sämmtl. Werke, Leyd. 1633, Basel 1740.
Busby, Thomas, Musikschriftsteller, Organistn. Componist, geb. 1755 zu London; st. daselbst28. Mai 1838. Während seine Tonwerke (Sona-len für Klavier u. Violine, Oratorien) keinen Er-folg hatten, wurden seine musikalischen Schriftensehr geschätzt; schr. u. a.: X eomplsts äietio-nar^ ol mnsio, 1801; Asnsral Iiistor/ okmnsie, 1819, deutsch v. Ehr. Fr. Michaelis, Lpz.1821 f.; vietionar^ ok mnsieak tsrms erschienerst Lond. 1840.
Bnsca, Gemeinde in der ital. Prov. u. demBezirk Cuneo, an der Maira, in fruchtbarer, vonGräben durchschnittener Gegend; 2 BotanischeGärten; Weinbau, Seidenzucht u. Seidenweberei,Leder- und Eisenwaarensabriken; Alabaster- undMarmorbrüche; reich an römischen Alterthümern;3100 Ew. (in der Gern. 9533).
Busch, 1) Johannes, Klosterreformator, geb.1389 zu Zwolle in Overyssel; trat gegen denWunsch seiner Eltern in den geisil. Stand, wurde1419 Canonicus im Kloster der regulirten Chor-herrn zu Windesheim, reformirte im Aufträgeseines Generalcapitels 1424 das Kloster zu Bo-dingen, 1429 das zu Lndinkerkr u. a. in den Nieder-landen, Westfalen u. Niedersachsen, wurde 1437 Snb-prior in Wittenburg, 1440 Prior zu Sulta, 1450Propst des Klosters Neuwerk bei Halle. In diesenStellungen führte er die Beschlüsse des BaselerConcils über Reformation der Klöster in Ver-bindung mit der Bursfelder Congregation in rück-sichtsloser Energie durch, unterstützt von den wöl-fischen Fürsten. B. st. 1479 zu Sulta. 'Er schr.Biogr. des Johannes von Kempen; Opistola äsmoäo pi'oüvisnäi in rsli^ions; Os viris illustri-bus oräiuis sni et moiiastsrii Vinässsmsnsis,wovon der 1. Theil unter dem Titel: OllronioonIVilläsLsniLnss, herausg. von Rosweydus, Antw. >
— Busch.
1628; Os rskorwakions monastsriorum gnornn-äam Vaseonias, in Osibuitii Lsript., Brannschw.;Bd. II. 2) Dietrich Wilh. Heinr., berühmterGeburtshelfer, geb. 16. Juni 1788 in Marburg;studirte von 1804—1808 Medicin, wurde vomVater selbst promovirt, leistete in den französischen
u. polnischen Lazarcthcu von 1806—8 als Unter-arzt freiwillige Dienste, die ihm Begnadigung ver-schafften, als er in die Verschwörung des Herrn
v. Dörnberg gegen Jeröme verwickelt wurde, bliebbis 1813 in den französischen Lazarethen, resp. denender einrückenden Russen, wurde 26 Jahre altGe-neralfeldmedicus bei dem Generalstabe der hessi-schen Armee u. gab hier sein erstes Werk heraus:Kurze Feldchirurgie zur Instruction. 1814 wurdeer außerordentlicher Professor für Chirurgie inMarburg, ging als Generalarzt wieder ins Feld,beschäftigte sich aber nach seiner Rückkehr niit Ge-burtshilfe. Am 20. Juni 1817 wurde er ordent-licher Professor, verheirathete sich im April mitCaroline Wagner, übernahm 23. Juni 1820die Professur der Geburtshilfe in Marburg, sie-delte 1829 nach Berlin über, wo er bald Medi-cinalrath n. Mitglied des Medicinalcollcginms u.1838 Geh. Medicinalrath u. 1849 Mitglied derwissenschaftlichen Deputation des Ministeriumswurde. B. war Mitglied verschiedener GelehrtenGesellschaften, seit 1827 Mitherausgeber der deut-schen Zeitschrift für Gebnrtskunde. Er starb 15.März 1858 plötzlich an einem Schlaganfalle, nach-dem er einige Zeit einen acuten Mnskelrheuma-tismus dnrchgcmacht hatte. Seine bedeutendevielseitige Arbeitskraft vertheilte er unter seine Be-schäftigung als praktischer Arzt, als Schriftstelleru. Lehrer, überall in gleicher Weise hervorragendu. unter dem Eindrücke großer persönlicher Liebens-würdigkeit. Außer vielen in der genannten Zeit-schrift niedcrgelegten kleineren Arbeiten seien nocherwähnt: Lehrbuch der Gebnrtskunde, Marburg1829, 5. Anfl., 1849; Theoret. und prakt. Ge-bnrtskunde, durch Abbild, erläutert, Berlin 1838;Das Geschlechtsleben des Weibes in physiol., pa-thol. u. therapent. Hinsicht, Lpz. 183?—44, 5 Bde.;mit Moser zusammen, Handb. der Gebnrtskundein alphabet. Ordnung, Berlin 1840—43, u. a. m.Außerdem betheiligte er sich an dem Enchklopäd.Wörterbuche der medicin. Wissenschaften, Berlin1828—49; an dem Lehrbuche der Gebnrtskundefür Hebammen, ebd. 1839, n. durch Zusätze undErläuterungen an der Moserschen Übersetzung vonDewees: Die Krankheiten des Weibes. Die vonihm angegebene Geburtszange hat allseitige An-nahme gefunden. 3) Emil, Mechaniker undOptiker, geb. 6. Aug. 1820 in Berlin; besuchtedas Cöllnischr Gymnasium u. die städtische Ge-werbeschule und trat 1840 in die von dem Pre-diger Johann Heinrich August Duncker im Jahre1800 gegründete u. seit 1824 von dessen SohneAugust Wilh. Emil Duncker, B-s Oheim, geleiteteAnstalt für optische Industrie in Rathenow ein.Nachdem er sich zuerst kaufmännisch, dann technischund theoretisch durch Selbstunterricht vorgebildethatte, übernahm er 1845 die Direktion der Fabrik.Unter seiner Leitung wurde dieselbe bedeutenderweitert und gelangte, trotzdem 1851 und später> Conciirrenzanstalteu (im Ganzen 4) in Rathenow