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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Burschikos

Halle B-en mit rem germanischer Tendenz, dieauch sich vereinend, ein Präsidium u. eine ge-schäftsführcnde B. hatten. In Jena trennte sichdie kleine Anzahl der Germanen von der über-wiegenden Menge der Arminen; Leipzig, Göttin-gen n. Berlin scheinen gar keine germanischeVerbindung gehabt zu haben. Die erstgenann-ten Universitäten traten nun in unmittelbare Ver-bindung mit Studirenden in der Schweiz, unddurch die Ereignisse von 1830 wurden einigeihrer Mitglieder nach Paris versprengt, wo siezuerst die Franzosen mit ihren Absichten bekanntmachten. Durch die nach Frankreich answan-dcrnden Polen kamen die germanischen Verbind-ungen später in Bekanntschaft mit den französischenPropagandisten, n. einzelne nahmen an mehrerendeutschen Begebenheiten, namentlich an dem Frank-snrter Attentat 1833, am Preßvercin u. an denUmtrieben für liberale Depntirtenwahlcn in Hessen,Bayern re., thcil. Seit 1832 u. 1833 lösten sichdie germanischen Verbindungen meist auf, mehrereihrer Mitglieder kamen in München, Berlin rc.in Haft, u. die strengen Maßregeln der Central-nntersnchnngsbehörde (s. Demagogische Umtriebe)1834—39 machte ihnen völlig ein Ende. 1840wurden die in Haft Gehaltenen amnestirt. In-folge der 1848 frcigegcbenen Bereinsbildnng tha-ten sich auch die B-en unter verschiedenen Namenwieder auf; im Stillen sortbcstanden, hatten siesich im Ganzen weder an den Ereignissen von1848 als Corporationen betheiligt, noch wenigeran der Spitze gestanden, vertraten aber bei dem2. Wartbnrgsfeste zu Pfingsten 1848 u. demStudentenparlament in Eisenach im Sept. u. Octbr.1848 ihre alten demokratischen Bestrebungen; s.Universität. Unter dem Znfammenströmen vielerbetagten Jubilare wurde am 18. Oct. 1865 zuJena das Jubiläum der Stiftung der B. gefeiert,das Jubiläum des Wartburgtages 18. Oktober1867 auf der Wartburg; doch beide Male warendie Versuche, die verschiedenen Fractionen der B.zu einem Gesammtbunde wieder zu vereinigen,vergebens. Vgl. Haupt, Landsmannschaft u. B.,Lpz. 1820; Herbst, Ideale u. Jrrthümer desakademischen Lebens nuferer Zeit, Stnttg. 1823;Kiefer, Das Wartburgfest am 18. Oct. 1817 rc.,Jena 1818; Wesselhöft, Deutsche Jugend in wei-land B-en u. Tnrngemeinden, Magdeb. 1828;Bechstein, Wollen u. Werden, Deutschlands B.n. Bnrschenleben, Halle 1850; Keil, Gründungder deutschen B., Lpz. 1865; Rich. n. Rob. Keil,Geschichte des Jenaischen Stndentenlebens, ebd.1858. Unter dem Titel: B-er u. Schwarze,Jena u. Gießen 1819, hat Karl Braun in seinen:Mordgeschichtcn (Hannover 1875) die neuere Lite-ratur über die B. angeführt u. verarbeitet. Bauer.»

Burschikos, nach Studenten Art u. Weise (vgl.Bursche), im Gegensätze zu philistriös; daherBurschikosität, ein leichtes, ungezwungenes,die üblichen Formen des Anstandes u. der Sittein heiterer Laune überschreitendes Benehmen.

Kursera Pflanzengatt, aus der Fam.

der Bnrseraceen, benannt nach Joach. Burser(geb. gegen Ende des 16. Jahrh. in Kamenz; warArzt zu Annaberg, dann Professor zu Soröe aufSeeland u. Liebhaber der Botanik, Freund Bau-

— Bursian.

Hins, st. 1649), harzreiche Bäume Central- undSAmerikas, mit abwechselnden, unpaarig gefie-derten Blättern u. kleinen, in achselständigen, ge-drängten Blüthenständen vereinigten Blüthen,welche häufig durch Schwinden des einen Ge-schlechtes eingeschlechtig werden; Blumenblätter4—6; Staubblätter 8—12; Fruchtknoten 3—5-fächerig; Frucht eiförmig oder kugelig, mit 1—5einsamigen Steinkernen; Keimling mit zusammen-gcfalteten Keimblättern. Arten: L. Allniwrkors.

aus Westindien; die Rinde enthält einenbalsamischen, süßlich-aromatischen Saft, welchergegen die Ruhr, Nieren- n. Lnngenleiden, äußer-lich zu Salben u. Pflastern angewendet wird, ge-trocknet als Chebonharz oder Gomartharz in LenHandel kommt; ein großer Theil des amcrikani-scheu Elemi soll'nichts anderes sein, als diesesHarz; die Blätter, Rinde n. Wurzel liefern inWestindicn Heilmittel gegen verschiedene Krankhei-ten. 8. aeuininata pssi, von den Antillen, ist reichan einem grünlich-braunen Harz von widerlichemGeschmacke, das auf Kohlen einen angenehmenGeruch verbreitet u. als Carannaharz in denHandel kommt. Eine auf den Mascarenen heimischeArt, L. obtnsikolin (LlariAvin obtnsikolin

DL(), liefert das Bastard-Colophonholz. Engler.

kurssimoess, Fam. ans der Klasse der Nsrnrna-los; enthält Bäume u. Sträucher mit Harzgängen,abwechselnden, Aheiligen oder gefiederten Blättern,oft getrennt-geschlechtlichen Blumen, freiem Kelche,Blumenblättern von der Zahl der Kelchlappen u.doppelt so viel Staubblättern, 2- bis bfächerigenFruchtknoten mit je 2 Eichen in jedem Fache;Frucht eine 2- bis 5kernige Steinfrucht, der Samenohne Eiweiß; Keimblätter oft dünn n. zusammen-qefaltet, seltener dick. Gattungen: Losvrellia,Dnlsamockonäron, k?iotium, Oanarinw, Lnisora,ll'rabtiniestia., klecknÜMS. u. a. Engler.

Burserttts, Joh. Bapt., so v. w. Borsten.

Bursfelde, Dorf im Amte Adelebsen derpreuß. Landdrostei Hildesheim; königliche Domäneu. Klosteramt; 160 Ew. Das Amthaus warfrüher eine 1093 von Graf Heinrich von Nord-heim gestiftete Bencdictinerabtei. Als die Abteiim 15. Jahrh. in Verfall gerathen war, stifteteAbt Johann von Hagen 1440 auf den Grundder von dem Baseler Concil 1439 genehmigten39 Artikel zur Reform der Benedictiner in Ver-bindung mit den Klöstern Bernhansen, Duisburg,St. Peter in Erfurt u. Berge die B-r Congre-gation; nach u. nach traten ihr 36 Manns- und42 Franenklöster bei, u. erst das Jahr 1803machte ihr ein Ende. Die Abtei B. wurde seitdem 16. Jahrh. mit evangelischen Äbten besetzt.

Bursian, Konrad, namhafter Philolog undArchäolog, geb. 14. Nov. 1830 zu Mutzschen imKönigreich Sachsen; erhielt seine Ausbildung ausder Thomasschnle u. 1847—51 an der Univer-sität zu Leipzig, wo er philologische Vorlesungenbei M. Haupt und O. Jahn hörte. Nacheiner größeren Reise in Deutschland, Belgien,Frankreich, Italien u. einem längeren Aufent-halte in Griechenland (1853 — 55) habilitirte ersich 1856 zu Leipzig, ward daselbst 1858 außer-ordentlicher Professor, wurde in gleicher Eigen-schaft 1861 nach Tübingen, 1864 als Ordinarius