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Brechnuß —
locker» ». dadurch ein Anshustcn derselben zu er-leichtern oder zu ermöglichen. Die allgemeineWirkung der B. auf den Körper hat bis jetzt nochnicht hinreichend festgestellt werden können; dochscheint cs, als ob häufig Entzündungen nach derWirkung eines B-s sich znrückbilden könnten, wennsie noch nicht zu weit vorgeschritten waren, unddaß die Absonderungsthätigkeit einzelner Organe(z. B. der Haut) erhöht werde. Denn bei denmeisten Menschen stellt sich nach dem Erbrechenein Schwitzen an einzelnen Theilen des Körpersvd. am ganzen Körper ein. Vielleicht beruht auch dieLockerung der zäh anklebenden Schlcimmassen inden Luftwegen auf der durch das B. hervorge-rnfenen vermehrten wässerigen Ausscheidung in den-selben. Die Wirkung der B. tritt gewöhnlich, wennsie in hinreichender Menge verabfolgt werden, schnellein und bedingt meist eine allgemeine Abspann-ung und Erschlaffung der Kranken. Daher mußman mit der Verabfolgung von B-n besonders beikleinen Kindern u. schwächlichen Personen sehr vor-sichtig sein. Außerdem verbieten noch andere kon-stitutionelle Verhältnisse ihre Anwendung (z. B.Neigung zu Blutandrang nach dem Kopfe, zuSchlagfluß, Bluthusten oder Geneigtheit dazu,Brüche, Schwangerschaft, Vorfälle, Entzündungendes Magens, hohes Alter re.), oder gestatten siedoch nur unter gewissen, vom Arzte festznstellen-den Umständen. Bei manchen sonst gesunden In-dividuen bleiben die B. erfolglos, oder es trittauch ihre Wirkung nur unter gefahrdrohenden Er-scheinungen ein. Bei solchen Leuten muß mannatürlich von der Verabfolgung von B-n Abstandnehmen. Gewöhnlich werden sie innerlich gegeben,d. h. znm Einnehmen (in Lösung, Pulvern rc.),doch können sie auch in Klystieren (dann aber mußdie Dosis größer fein) gegeben werden. Sind beideMethoden nicht anwendbar und ist eine schnelleDarreichung angezeigt, so können sie auch unterdie Haut eingespritzt werden. Die B. sind theilsMittel, welche die Magenschleimhaut reizen (Brech-wcinstein, Brcchwurzel, schwefelsanres Zink, Kupfer-vitriol), theils ekelerregende Getränke (laues Was-ser mit ober ohne Zusatz von Butter), theils solche,die durch Reflexbewegung (s. d.) den Brechact aus-kösen, z. B. Kitzeln des Schlundes mit einemFinger oder einer Feder, den Finger in den Halsstecken rc. Das Erbrechen wird befördert durchNachtrinkcn von lauem Wasser oder Kamillenthee.In kleinen (sogenannten nauseosen) Gaben, so daßkein wirkliches Erbrechen, sondern nur Ekel (dlausea)rintritt, werden sie zur sogenannten Ekelknr anqe-wcndet. Berns.
Brechnuß, s. 1) Ourias; 2) Ltrvebnos.
Brcchrrchr, s. Brechdurchfall.
Brechstange (Hüttenw.), eisernes, bis 37^ ÜAn. mehr wiegendes, am Ende zugespitztes od. zu-geschärftcs, oft verstähltes Arbeitsgerät!) bei demHohofenbetriebe, der Stabeisen- n. Stahldarstell-nng, welches bes. in Anwendung kommt, wenn derWiderstand zähflüssiger Schlacken, glühender Metallebeim Arbeiten in Len §>fen hindert, oü. wenn fastglühende Productc in den Apparaten gehoben od.bewegt werden sollen. Leichte B-n nennt manauch oft Spieße, z. B. Schlackcnspieß zum Auf-machen des Schlackenstiches. Dürre.
- Brcckerfcld.
Brechung, 1) (Kriegsw.), so v. w. Brisnre l).
2) B. der Bewegung, die Ablenkung eines Kör-pers ans seiner Richtung, wenn er durch einenanderen undurchdringlichen Körper Widerstandfindet. 3) B. des Lichtes, die Ablenkung, welcheein Lichtstrahl beim Übergang aus einem Mittelin ein anderes erfährt; s. u. Licht. 4) (Mus.) B.der Accorde, Vortragsart, nach welcher die Töneeines Accords nicht gleichzeitig, sondern nach ein-ander gegeben werden. Geschieht dies nach be-stimmten, vom Componisten selbst angezcigten Ton-solgen u. Notengaltungen, so heißt sie bestimmteB-, im Gegentheil unbestimmte, die jedoch fürdie schnellere Aufeinanderfolge der Töne, durcheinen schrägen Strich, für die langsamere aberdurch das Arpeggiozeichen angedeutct wird; dage-gen B. der Intervalle, die Darstellung eines Tonesmit Noten von kleinerem Zcitwerthe statt einereinzigen längeren. 5) Das im Hochdeutschen gel-tende Lautgesetz, wonach, namentlich in starkenVerben, die Vocale 1 u. u des Stammes in o u. overwandelt werden, wenn die Bildungsendsilbenein a haben; so althochdeutsch biitit (er hilft) u.Imiknn (sie halfen); dagegen beikant (sie helfen),bsiksn (zu helfen), bolkant (helfend), Ziboifan(geholfen); daher auch mittelhochdeutsch, obgleichhier das s, der Endung bereits in s abgeschwächtist: billit, bullen; dagegen biiken, bslkon, belkent,Mimiken. Auch der Diphthong in erleidet die B.in io, welches jedoch im Mittelhochdeutschen in isgeschwächt erscheint, und man sagt althochdeutschmnbit, rnAlln, aber mobant, moban, eiobanti;mittelhochdeutsch: rinbot. ruAsn; msbsnt, rieben,riobont. Doch ist dies Lautgesetz nicht consequentdurchgeführt; regelmäßig gilt es nicht, wenn dieStammvocale durch geminirtes m oder n oderdurch Consonantenverbindungen wie n§, nci rc.vor der Einwirkung des a. geschützt sind.
Brechnngscoefficicnt (Brechungs-Exponent,-Index, -Quotient, -Verhältnis)), die Zahl, mit wel-cher man beim Übergange des Lichtes aus einemMittel in ein anderes den Sinus des Brechungs-winkels mnlripliciren muß, um den Sinns desEinfallswinkels zu erhalten. Der B. für den Über-gang aus dem leeren Raume in eine (durchsichtige)Substanz heißt der absolute B. dieser Substanz;derjenige sür den Übergang ans einer Suhstanzin die andere heißt der relative B. zwischen beidenSubstanzen. Näheres s. u. Licht. Wimmenauer Ll.
Brechungsvermögen, s. Licht.
Brechwein (Vinnm stibiatum), eine Auflösungvon 1 Theil Brechweinstcin in 250 Theilen Wein(Sherry, Malaga, Madeira oder Teres).
Brechweinstcin (Partarus st.ikig.tus 8. eino-tions, Ltibio-Lali tartarioum), Doppelsalz vonweinsteinsaurcm Kali u. weinstcinsaurem Antimon-oxyd; wird entweder in Pulverform (höchste Gabe0,20 §), od. in Wasser od. in Wein aufgelöst (Brech-wein) als Brechmittel gebraucht. Mit Wachs u.Harz vermengt kommt es als B-Pslaster u. mitFetten als B-salbe gegen verschiedene Übel zurVerwendung (s. n. Anrimonialmittel).
Brechwurz, s. 1) Lorroria; 2) Eöpbaslis;
3) lloniäinin.
Breckerfeld, Stadt im Kreise Hagen despreuß. Regbez. Arnsberg, a. d. Empe; Fabriken in