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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Brcmtcnte — Bravo.

Zuletzt wird die B. von einer bejahrten Freundin,B-mutter, in das von derselben auch besorgte B-gcmach gesllhrt, wo das B-bett aufgeschlagen ist.

B-bett u. B-gemach wurden ehemals mit bes.Formeln gesegnet. Abergläubische Gebräuche sowolin Bezug hierauf, als auch auf sonstige den B-stand betreffende Gegenstände u. Handlungen wer-den noch heute in verschiedenen Gegenden u. untergewissen Bolksklassen in Anwendung gebracht. InOstpreußen legt man z. B. dem B-kranze heilendeWirkung gegen Viehseuchen bei u. benutzt ihn inentsprechender Weise. Alte Kirchengesetze, wahr-scheinlich fußend auf Tobias 6, 19 ff. u. im Zu-sammenhänge mit einer derartigen altjüdischenSitte, untersagten dem Neuvermählten Paare dieAusübung seiner ehelichen Rechte in der erstenNacht. Im Mittelalter wurde dies Gesetz wie-derholt erneuert mit der Bestimmung, daß imÜbertretnngssalle die Ehe ungiltig sei. Wollte mandies Gesetz umgehen, so mußte die Erlaubniß dazudem Priester förmlich abgekauft werden. In Süd-deutschland herrscht heute noch hin u. wieder derGlaube, daß sich die Neuvermählten die ersten3 Nächte enthalten müßten, weil sonst die Eheunglücklich sei. Lagai.» Schroot.

Brautente, Art Ente (s. d.).

Brautexamen, s. u. Braut.

Brautführer (Baran^mxüuw) für den Mann,n. Brantführerinnen (Baranzmpsta) für dieFrauen gingen aus der unter allen Völkern üb-lichen Sitte bei Schließung der Ehen auch in denkirchlichen Gebrauch über, schon durch die Lanonsovon Nicäa 325. Sie gelten als Ehrenwächterder Brautleute u. Zeugen ihres ehelichen Ver-sprechens. Im Orient begründete dieses Ver-hältniß, als der Taufpathenschaft entsprechend,sogar eine geistliche Verwandtschaft (s. auch unterBraut). «Mer.

Briiutiaam, s. n. Braut.

Braut in Haaren, s. MAslla.

Brautjungfer, s. u. Braut.

Brautschatz, 1) so v. w. Dos. 2) So v. w.Bauernmiethe.

Brautschilling, so v. w. Aussteuer.

Brautsteuer, 1) so v. w. Dos. 2) So v. w.Prinzessinsteuer.

Brautthür (Ehethür), in Kirchen mit meh-reren Eingängen diejenige Thür, innerhalb welcherdie Halle war, worin Brautpaare getraut wurden.

Brauweiler (Brautweiler), Dorf im preuß.Kreise u. Regbcz. Köln; 1024 vom PfalzgrasenEzo gestiftete u. 1061 erbaute Benedictinerabtei,die 1808 in eine Arbeits- u. Besserungsanstaltumgeschaffen wurde; 1100 Ew.

Branwer, so v. w. Brouwer.

Brav (nur in den nordgermanischen Sprachenvorkommendes, mit dem romanischen brave, bravogleichbedeutendes Wort, eigentlich tüchtig, wie Einersein soll), rechtschaffen, tapfer, unerschrocken, kühn;s. Bravi.

Brava, 1) Insel, zu den Inseln des GrünenVorgebirges im Atlantischen Ocean gehörig, auchSan Jao genannt; an den Küsten sandig, imInnern gebirgig n. so fruchtbar, daß sie das Pa-radies dieses Archipels genannt wird; Salpeter-bereitung; 3 Häfen; etwa 4000 Ew., die von

Schifffahrt leben. 2) (Brawa) Stadt u. Haupt-ort eines früher unter dem Sultan von Oman inArabien, jetzt aber unter dem von Zanzibar stehen-den Staatenbundes im Lande der Suahili ans derOKüste Afrikas, am Meere; Hafen, Lenchtthurm;Sklavenhandel; 5000 Ew.

Bravade, s. n. Braviren.

Bravais, August, geb. 23. Aug. 1801 znAnnonay; war erst Lieutenant in der franz. Marine,dann Professor der Astronomie in Lyon, hieraus derPhysik an der Beols pohckoobniguo in Paris, seit1854 Mitglied der Akademie der Wissenschaften.Er machte viele wissenschaftliche Reisen nach Algier,Spitzbergen, Norwegen, der Schweiz, den See-alpen rc. n. schr. zahlreiche Abhandlungen inverschiedene wissenschaftliche Journale, namentlichin Lionvilles llonrnal mabbsmatigns.

„ Brävalla-Heide (Bravallaslätten), Ebene imÖster-Gotland-Län (Schweden), zwischen dem Brä-vik n. Bara-Ä, bei Norrköping, wo die berühmteBrävalla-Schlacht zwischen Harald Hildetand,König von Dänemark, u. Sigurd Hring, Königvon Schweden, welch Letzterer siegte, 740 Vvrgefallensein soll. Nicht zu verwechseln damit ist eine andereB. (Brävallahed), in der Landschaft Srnaland beiWexiv, wo in sagenhafter Zeit die dortigen tapferenWeiber in Abwesenheit ihrer Männer die Dänenschlugen, wofür sie gleiches Erbrecht mit denMännern u. die Befugniß, kriegerischen Schmuckzu tragen, erhalten haben sollen.

Bravi (italien.), 1) eigentlich Tapfere, Uner-schrockene, Kühne. 2) Zum Morde eines MenschenGedungene, bes. sonst in Venedig, Rom u. Neapel,doch auch in ganz Italien ehemals gewöhnlich;s. Bandit 2). 3) In der türkischen Reiterei Frei-willige, die sich gewöhnlich vor der Schlacht mitOpium berauschten u. sich dann blind in jedeGefahr stürzten.

Braviken (Braviken), Meerbusen in der Ostsee,an der schwedischen Küste im Öster-Gotland-Län.

Braviren (v. Fr.), Trotz bieten; daher Bra-vade, Hohn, Trotz, Prahlerei.

Sravo (ital.), 1) Singular von Bravi (s. d.).2) Brav! schön! herrlich! der Superlativ davonBravi88imo! für mehrere Bravi! für eine DameBrava! (ursprünglich in Italien) gebräuchlicherBeifallsruf bei öffentlichen Aufführungen, Theater,Concerten, Reden rc.

Bravo, Don Nicolas, mexikanischer Generalu. Factionssührer, geb. um 1790; zeichnete sichschon 1811 in den Freiheitskriegen Mexicos aus,wurde aber von den Spaniern gefangen. Da ernach seiner Freilassung gegen die Errichtung desKaiserthums unter Jtnrblde ankämpftc,ließ ihn die-ser 1822 verhaften; wieder befreit, stellte er sich nachJturbides Sturze mit Vittoria u. Negretto an dieSpitze der Republik Mexico n. wurde 1824 Vice-präsident neben dem Präsidenten Vittoria. 1827während der Eröffnung des Congresses trat er zuden Insurgenten Manoel Montanos u. zog sich nachLulancingo, wurde aber von Guerrero geschlagen,gefangen u. auf 6 Jahre nach Guatemala ver-bannt; als Bustamente 1830 Präsident wurde,zurückgerufen u. gegen Guerrero geschickt, schluger diesen u. ließ ihn 1831 erschießen. 1833 stander wieder an der Spitze einer kleinen Armee gegen