370 Der preußische Landtag 1868—70.
seiner Vergangenheit würdige Stellung zu sichern, damites sich mit dem Worte trösten könne, daß neues Lebenaus den Ruinen blüht. Die natürliche Stellung diesesHauses, aus der cs durch die Verschiedenheit des Erb-folgerechtes in England und Hannover gerissen, bot sichin dem Reiche, au welches das Haus König Georgsdurch ebenso glorreiche Erinnerungen geknüpft war, wiedie im Jahre 1806 es für uns sind, in dem Reiche,welches durch die Vorfahren des Königs Georg, durchWilhelm von Oranien an der Spitze englischer unddeutscher, auch brandenburgischer Truppen, vor 200 Jahreneiner verderblichen Negierung entrissen wurde. Wirdachten uns den König Georg in dem Titel, den er nochführt, als Herzog von Kumberland, und waren überzeugt,daß er und seine Nachkommenschaft seiner Vergangenheitund seiner Stellung entsprechend dotiert sein müsse.Diese Erwägung allein hat uns bestimmt, nicht aber derGlaube au irgend privatrechtliches Vermögensrecht einesKriegsfeindes, der seinen Frieden mit uns noch nicht ge-schlossen hat.
Es ist jetzt ungefähr Jahresfrist, daß die KöniglicheNegierung sowohl im andern Hause, wie diesem gegen-über, ihren Einfluß aufgewendet hat (vgl. die Rede Nr. 7in Abschnitt II dieses Bandes), um dem Hause desKönigs Georg eine reiche Abfindung zu verschaffen. Alseine Abfindung sahen wir es an, weil wir viel mehrgaben, als König Georg besessen hatte. Die Zweifel,welche das Herrenhaus hinsichtlich der Zeitgemäßheit einersolchen Abfindung geltend machte, waren begründet durchdie Gleichzeitigkeit der Verhaudlungeu mit den bekanntenVorgängen in Hietzing und auf der silbernen Hochzeit.Diese Zweifel mußten auch im Sinne der Negierung von