358 Der preußische Landing 1868-70.
douncl in lrouovr war, daß irotzdem dieses moralischeEngagement von seiten des Königs Georg vollständigmißachtet werden könnte. Wir konnten nicht erwarten,daß der König eine volle Entsagung, eine Abdikationoxprassis vordis aussprechen werde. Wir waren auchdarauf von den fremden Höfen aufmerksam gemacht worden,daß er dazu nicht zu bringen sein würde, daß dies aberauch gar nicht erforderlich sei. Die befreundeten Höfewaren mit uns der Meinung, daß, wenn auch der KönigGeorg der fernliegenden, meiner Neberzeugung nach un-möglichen Chance nicht entsagen wollte, durch fremdeWaffengewalt, nach etwaiger Ueberwindung der Wehr-kraft des Norddeutschen Bundes, durch koalierte Mächtesich zurückführeu zu lassen — das ist auch nicht die Ab-sicht des Vertrages gewesen, daß der König Georg fürsolchen Fall darauf verzichten sollte, feinen früheren Platz,wenn ihm das Königreich Hannover von einem fremdenEroberer angeboten würde, wieder zu übernehmen; solcheTragweite haben dergleichen Abkommen immer nicht, wieich schon im vorigen Jahre bemerkte — wir aber be-rechtigt waren, das zu glauben, daß mit der Unter-zeichnung dieses Vertrages der König Georg verzichteauf eine unfruchtbare Prätendeutenschaft, auf die traurigeRolle eines Fürsten, der den Krieg fortsetzt an der Spitzevon lOOO oder 1400 verführter junger Leute, die er —mau kann kaum sagen löhnt, sondern mietet, für einenbestimmten täglichen Preis ihren regelmäßigen Arbeitenund ihrer Zukunft entzieht. Daß dies aufhören würde,habe ich allerdings mit Gewißheit erwartet und darin habeich mich getäuscht. Ich habe das gehofft und gewünschtim Interesse der hannoverschen Jugend von den unterenStänden, welche der Verführung besonders ausgesetzt ist,