346 Der preußische Landtag 1868—70.
Zeitungen gelesen zu haben — denn manches, was inden Zeitungen steht, ist denn doch wahr, wenn auch nichtalles (Heiterkeit) — daß diese Legion zu einer bestimmtenZeit mit österreichischen Pässen, von deren Erteilung sichdie kaiserliche Regierung lossagte, und die für Geld aneinen Agenten des Hietzinger Hofes von einem Unter-beamten ausgeliefert waren, mit diesen gekauften Pässennach der Schweiz sich begab und von dort nach Frank-reich, immer als ein geschlossener militärischer Körper.Diese Erscheinung ist Gegenstand wiederholter Korrespon-denzen zwischen der norddeutschen Bundesregierung undder Kaiserlich französischen gewesen. Die Kaiserlich franzö-sische Negierung hat einerseits das Asyl und Gastrecht,welches sie zu gewähren gewohnt ist, auch hier, in diesemFalle, nicht versagen zu sollen geglaubt, anderseits aberdoch eingesehen, daß eine militärisch organisierte Körper-schaft mit Offizieren an ihrer Spitze und zu Waffeu-übungen vereinigt auf dem Territorium eines Staatesnicht geduldet werden könne, wenn diese Demonstrationengegen einen Nachbar, mit dem man in Frieden lebenwill, gerichtet sind, Anfänge einer direkten Bedrohunggegen diesen Nachbar. Die französische Regierung hatdeshalb ungeordnet, daß diese Leute von ihrew Offizierengetrennt und in kleinere Abteilungen verteilt werdensollten. In wie weit ihr dies gelungen ist, werden Sieaus einer Mitteilung entnehmen, die ich gleich gebenwerde. Zunächst will ich nur über die Angabe der Han-noveraner, welche sich jetzt dort befinden, eine Mitteilungder Königlichen Botschaft in Paris hervorheben, wonachsich die Legion augenblicklich ans etwa 1400 Köpfe be-laufen soll; ferner eine Mitteilung aus der Schweiz,wonach ein dortiger bekannter Agitator, der auch mit den