296 Weiterer Ausbau der Bundesinstitutionen 1868—69.
griff; indessen er hat es nicht verschmäht, indem er mirAeußerungen andichtete, die ich nie in meinem Leben, amallerwenigsten gestern gethan habe. Ich appelliere an dasganze Auditorium, ob ich mich in eine Kritik, am allerewenigsten in eine böswillige, feindliche Kritik gegen denParlamentarismus eingelassen habe. Es ist mir sogargesagt worden, ich sei auf dieser Seite des Hauses (rechts)in einer solchen Weise mißverstanden worden, daß mangeglaubt hatte, ich hätte mich zu günstig, zu geneigt nachder Seite (links) hin ausgesprochen. (Heiterkeit.)
Ich darf den Herrn Vorredner doch wohl daraufaufmerksam machen, daß ich meine volle Bereitwilligkeit,die Richtigstellung des parlamentarischen Schwerpunktesin Verhandlung zu nehmen, sobald es, abgesehen undunabhängig von einem Tauschgeschäft, geschehen könnte,gestern unumwunden ausgesprochen habe, und daß ich inallem, was ich hier in diesen Räumen und dem Reichs-tage jemals kundgegeben habe, niemals die Ueberzeugung,daß ich aufrichtig mit diesem konstitutionellen System gehenwill, verleugnet habe und daß ich die Thatsache, daß ichseinen Ausschreitungen — denn als solche sehe ich sienoch heute an — an einem andern Orte fest und dauer-haft eutgegengetreten bin, damit vollständig verträglichfinde. Ich habe, vielleicht vorgreifend, auf die Schwierig-keiten aufmerksam gemacht, die es hat, die parlamentarischeGewalt zu stark zu machen, ich glaube, ich sagte, ein zustarkes Maß von Einfluß iu das Parlament zu legen.Von da ab bis zur Beschaffung des Parlamentarismus,Bekämpfung, Kritik ist doch wohl noch ein sehr weiterSchritt. Ich habe dabei auf die Bedenken, die es habenkönnte, aufmerksam gemacht und habe die Befürchtungausgesprochen, dergleichen könne uns zu einem Dilettantis-