k42 Die Lnndiagsssssion 1807—08.
Verfassung in der Form und, soweit es thunlich, auchder Sache nach Möglichkeit annäherte. Sie wolltenHanau und Fulda nicht fahren lassen. Es war sogarin Nassau eine Abneigung vorhanden, sich auch nur imgroßen und ganzen der Nheinprovinz anzuschließen; einganz bestimmter Widerspruch aber machte sich unter denhannoverschen Vertrauensmännern und auf dem hannover-schen Provinziallandtage gegen jede Zerlegung der Pro-vinz Hannover geltend. In Osnabrück war man, sovielmir zu Ohren gekommen ist, ziemlich einstimmig gegenjede Abtrennung von der Provinz Hannover. In Ost-friesland allerdings sind die Stimmen, wie das von demHerrn Vorredner verlesene Aktenstück zeigt, zwiespältigdarüber. Es scheint mir, als ob die drei großen Handels-städte (Emden, Leer, Aurich) mehr der Zulegung zuWestfalen geneigt waren, die ländliche Bevölkerung abermehr an Hannover festhalten wollte ; wenigstens hat sich,so viel ich mich erinnere, unter den bäuerlichen Ab-geordneten, die hier waren und die sehr erfahren warenin Landtagssachen, wohlhabende und gebildete Leute, —niemand gefunden, der nicht wünschte, an Hannover fest-zuhalten. Diese Erfahrung und diese Abneigung derBeteiligten selbst und namentlich auch der Ostfriesen hatmich entmutigt in der Verfolgung meines Planes: dieSache hat sich dann so entwickelt, wie sie jetzt ist, undich glaube kaum, daß sie sich rückgängig machen läßt.Es waren auch dort die partikularistischen Interessenmächtiger, als die provinziellen Interessen, und selbstmächtiger fast, als die staatlichen. Eine Hauptbedingungderjenigen Ostfriesen, die mit mir mündlich über dieSache gesprochen haben, ist immer die gewesen, daß ihnender Sitz einer Landdrostei, sei es in Aurich oder in