58
Die Landtagssession 1867— 68.
bildet ist, als in andern (Heiterkeit), widerstrebt; daßich nicht berechtigt sein soll, wenn ich mich in meinerEhre verletzt fühle, die richterliche Hilfe zu suchen, auchdann nicht dazu berechtigt sein soll, wenn das Verletzenmeiner Ehre mit bösem Willen und bei ruhigem Bluteiu der Presse fortgesetzt wird. (Bravo! rechts.)
Der Antrag Laster wurde mit 180 gegen 160 Stimmen an-genommen, vom Herrenhause jedoch ab gelehnt.
2. SM Preußen seine diplomatische Vertretung ansden Ännd übertragen?
9. Dezember 1867.
In der 18. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 9. Dezemberbrachten die Abgg. v. Bennigsen und Kanngießer bei der Beratungdes Etats für das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheitenden Antrag ein, „die Königl. Staatsregierung aufzufordern, dafürSorge zu tragen, daß das Ministerium der Auswärtigen Angelegen-heiten auf den Etat des Norddeutschen Bundes übernommen unddie innerhalb des Norddeutschen Bundes bestehenden preußischenGesandtschafts- und Konsulatsposten aufgehoben werden." Zunächsttraten die Abgg. Duncker und. Virchow für den Antrag ein;letzterer tadelte im allgemeinen die Verschwendung in diesem Etat,eine „Largesse", welche sogar so weit ginge, daß sieben vormaligehannoversche Gesandte, darunter der erbittertste Feind Preußens,Graf v. Platen-Hallermünde, mit Pensionen von MOO THalern undmehr bedacht würden. Auch im finanziellen Interesse des preußischenVolkes würde es liegen, die Dauer des Norddeutschen Bundesmöglichst abzukürzen und denselben zu einem GesamtdeutschenBunde zu erweitern. Darauf erwiderte der Ministerpräsident:
Ich behalte mir vor, über den Antrag der Herrenv. Bennigsen und Kanngießer einige Worte zusagen, sobald einer der Herren Antragsteller oder wenigstenseiner der Abgeordneten, welche diesen Herren politisch