Nochmals die Bündnisverträge mit Süddeutschland. 49
auch wenn die Mahnungen des süddeutschen National-gefühls minder laut an ihr Ohr schlügen. (Bravo!)
Man geht sehr häufig von dem Gedanken aus, daßdiese Bündnisverträge für den Süden Deutschlands eineLast, eine Pflicht zur Heeresfolge und nur allein für denNorden von Nutzen seien. Diese Pflicht zur Heeresfolgeliegt aber dem Norden ebensogut dem Süden gegen-über ob, und der Schwächere kann leichter in gefähr-liche Händel verwickelt werden als der Stärkere, und ererhält an dem norddeutschen Bundesheere eine ganzandre Unterstützung als ein Teil der süddeutschen Wehr-kraft in dem jetzigen militärischen Zustande dieses aus-gezeichneten kriegerischen Materials uns darzubieten imstände ist. (Beifall.)
Es ist keine Kleinigkeit, wenn in den Zeitläuften,wie sie jetzt in Europa sind, wo das Schwert unter Um-ständen hart in die Wage fallen kann, ein kleiner, ansich europäisch nicht wehrfähiger Staat sich zu seinemSchutz auf — ich will keine Ziffer neunen — die fastunbegrenzte Zahl von Bajonetten berufen kann, die derNorddeutsche Bund' ihm an die Seite stellen kann.(Bravo!)
Einer der Herren Vorredner, der Abg. Löwe (Calbe),hat angedeutet, wir thäteu den süddeutschen Regierungenvielleicht einen geringen Gefallen damit, wenn wir dieseBündnisse aufrecht erhielten. Ich kann dies nicht glau-ben; ich habe bisher von den süddeutschen Regierungennicht den leisesten Zweifel, nicht die leiseste Reue überdiejenigen Entschließungen wahruehmen können, mitwelchen sie uns zur Zeit der Friedensverhaudlungeuihrerseits den Antrag auf diese Bündnisse entgegenbrachteu.(Bewegung. Hört! Hört!)
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