48 Ersteord. Sessiond. Nordd. Reichst. 10. Sept.-26. Okt. 1807.
Wahrung derselben Freiheit der Entschließung für unsrewirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten, welchewir unsrerseits unfern süddeutschen Brüdern niemalsverkümmert haben, und der Herr Fürst Hohenlohe hatvollständig recht, wenn er in der bayrischen Kammerder Abgeordneten (die sich, wie ich beiläufig bemerke,mit der großen Majorität von 100 gegen 17 Stimmenzu dem Prinzip der Verträge bekannt hat, welche derNeichsrat desselben Staates, wie es scheint, verwerfenwird) erklärt hat, ich hätte ihm bei den Verhandlungengesagt, wenn Süddeutschland im stände wäre, eineneignen Zollverein herzustellen, so würden wir sie dabeinicht hindern, sondern im Gegenteil, wir würden bereit-willig die Hand dazu bieten, daß dieser süddeutsche Zoll-verein keinen befreundeteren Nachbar hätte als den nord-deutschen. Die süddeutschen Staaten sind dazu nicht imstände gewesen; ob sie es sein werden, muß die Zu-kunft lehren. Daraus aber habe ich nie ein Hehl ge-macht, daß die wirtschaftliche Gemeinschaft mit der Wehr-gemeinschaft unsrer Auffassung nach Hand in Handgeht. (Bravo!)
Wir haben die Zollverträge, wie sie Ihnen zur Ge-nehmigung vorliegen, abgeschlossen in der Voraussetzung,daß uns die Bündnisverträge ehrlich gehalten werdenwürden; wir Hütten sie nicht abgeschlossen, wenn unsdaran der leiseste Zweifel aufgekommen wäre (Bravo!),und ich kann auch diesem Zweifel in diesem Augenblicknicht Raum geben und gebe ihm nicht Raum, denn dieRatifikationen der süddeutschen Souveräne sind unein-geschränkt und siuo clausula, und ich habe das festeVertrauen, daß die süddeutschen Souveräne und Re-gierungen sich allzeit zu ihren Worten bekennen werden,