185
Zustande befinden. Mein sobald der Boden dieBevölkerung erreicht, die er tragen k>>n», so wirddiese wieder stillsichend, und wenn nun ein Mis-jahr kommt, in dem nur die Hälfte der Lebens-mittel wäcbst, so ist die Gesellschaft, ungeachtetder erhöhten Fruchtbarkeit des Bodens, doch wie-der in gleicher Notch
Deswegen sind alle Weingegenden arm, weildie Erndten so ungleich in ihrer Ergiebigkeit sind.Es leidet keinen Zweifel, dasi ein Morgen Wein-garten in einem Jahrhundert das Doppelte cin-bringt, als derselbe Morgen in einem Jahrhun-derte mit Frucht bestellt. — Allein da nach einerguten Weincrndte oft sechs schlechte folgen, unddas richtige Vcrtheilcn auf 6 Jahre etwas sehrschweres für den Menschen ist, so bleibt der Wein-bauer immer arm — weil bei ihm nicht, so wiebeim Ackerbauer, die Natur das richtige Derthei-lcn übernimmt.
Die Gesellschaft würde sehr gewinnen, wennsie solche Anstalten träfe, wodurch auch beimAckerbau die Erndten zweier Jahre mehr in- unddurcheinander wirkten — und sich gleichförmigervcrtheiltcn. Etwas geschieht durch den wohlha-benden Bauer, der nicht genöthigt, zu verkaufen,und oft zwei Erndten aufbewahrt — wovon dieeine auf dem Speicher, die andre in der Scheune.Auch tragt der Welthandel zü diesem Ausgleichenbei, weil der große Kaufmann häufig Vörrätheauf Sveculation kauft, find sie dann liegen läßt,