Druckschrift 
Ueber Handel und Gewerbe, Steuren und Zoelle
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

tausch das meiste Geld bekomme, und nanntendieses ihre Handelsbilanz. Um dieses zu berech-nen, dienten ihnen die Zollregister über Ein- undAusfuhr, und die Wechselkurse.

Alle dachten nun darauf, das Geld im Landezu behalten, und sahen fleißig nach, für welcheArtikel am meisten ins Ausland gehe. Warendieses Fabrikate, so suchten sie sic im Lande zumachen; waren es Urstoffc, so suchten sie dieKonsumtion durch hohe Abgaben zu beschränken.So handelte die Preußische Regierung unter Frie-drich dem Großen mit Kaffe, und ließ jsich tThaler fürs Pfund bezahlen. So verbot dieOcst-reichische Regierung ihn im letzten Kriege völlig. Auf keinem Kaffehausc durfte Kaffe geschenktwerden, und nur die Apotheker konnten ihn aufVerordnung des Arztes als Medizin machen.Man glaubte dem Abfließcn der Konvcutious-münze nach dem Auslande dadurch zn hemmen,und den Kours des Papiergeldes gegen Konvcn-tionsgeld günstiger zu halten.

Die englische Regierung war die erste, diedas Wesen des Geldes richtig auffaßtc, und ein-fah, daß es nicht nothwendig sey, daß man Me-tall zu Geldmünze; man könne eben so gut Pa-pier münzen, und dieses habe noch manche Vor-züge vor dem Metall. Denn alles, was abschleife,sei wcrthlos; auch könne man das Nachmachcueben so verhindern, wie das Nachmachen desGeldes, das Einzige, worauf es ankomme, sey: