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1 (1819) In zwei Abtheilungen
Entstehung
Seite
302
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vergönnt seyen. Man meinte solches sei keine Wohlthaefür ihn, da er nun 10 Tage langer die Todesangst auszustehk,,.

Allein dieser Artikel ist nicht allein des Verurtheilten wegenda, sonders des Staates wegen, damit der verhindert werde sichAu übereilen und unschuldiges Blut zu vergießen. Wenn mandie Geschichte durchgeht, so findet man daß bei allen sogenann-ten Staatsstreichen, (6oup8 ä'Llat) eine Eile bei' den Hin,richtungrn ist, als wenn alles zu Grunde gehe, wenn einigeIndividuen ein paar Tage langer athmeten. Wenn ein be,stimmtes Gesetz da ist, daß jedes Urtheil ic> Tage verzögert, s«wird dieses nicht so leicht übersprungen, und weil man vorherweiß, daß man es nicht überspringen kann, so bedenken sich diePartien ehe sie zum äußersten schreiten, aus dem sie sich nuröurch schnelle Hinrichtungen retten können, die jede Rückkehrunmöglich machen.

In Nom bestand ein ähnliches Gesetz. Es wurde bei derGelegenheit gemacht, als Priscus unter Nero vorschnell ver-dammt und hingerichtet wurde. Der Senat gab darauf dasGesetz: daß jedes Unheil den zehnten Tag ins Archiv komme,Md daß so lange dem Verurtheilten das Leben gefristet werde. *)Wenn auch in einem Jahrhunderte nur einem einzigen Men-schen bas Leben dadurch gerettet wird, so ist dieses wichtig, undnicht allein für den Geretteten, sondern auch für den Staat.DkiP je gerechter und milder der Staat, und je sorgfältigerer verhöret, daß seine Erde kein unschuldiges Blut

») Auch bei den Kriegslcuten ist immer so eine Eile in den Hinrichtun-gen, als wenn die Armee zu Grunde gehe, wen» «in Verurtheilternicht innerhalb 24 Stunden gegangen oder erschossen würde. Alsin /jährigen Kriege vor der Schlacht von Crcfcld die sranzösischeArmec in unserer Gegend stand, so wurde ei» armer Schulmeisterals Spion eingcbracht, der auf einer Windmühle gesessen und dasLager abgezcichnct. Der Mann hatte zu seinem Unglücke Zeichnengelernt, und wollte zum Andenken sich voin Lager eine Jeichuung ma-chen. Er sagte dieses, er sagte wo er zu Hause scy, daß er eine Fraumit fünf Kindern habe, man möge nur hinschicken. Man jchicktehiu. Die Frau wußte sich nicht zu helfen, sie lief zum Beamten umsich eine Bittschrift an de» General machen zu lassen; der Beamte,