2^6
gehalten, wie beim Deutschen, und es ist dort ein besonderesvon der Krone abhangendes Wappenamt, wovor jeder O^mle-nieir sein Wappen einkragcn läsit, um bas Recht seiner Wappen,bürtigkeit zu erhalten. Niemand darf dergleichen führen, ohnesein Reckt dazu auf das genaueste erweisen zu können, und un,ter diesem gleichsam öffentlich ausgehangcnen Schilde ist jederOeurlemsn sicher die Rechte seiner Geburt nicht zu verlieren.Der Adelige führt das Familien Wappen mit den Wappen undZierrathen seiner Würde und Krvnchre; — der Ok-nrlemenoder Adrlsfähige führt es ohne dieselben. Jener schreibt sichvon, weil er sich von einem Kronamte oder Krongule schreibenkann. Dieser nicht, da er nur aus und nicht Herr von einemReichs oder Landtagsfähigem Hause ist. *)
Man findet in der älteren deutschen Geschichte, daß in frü,Heren Zeiten der Adel in Deutschland dieselbe Einrichtung ge,habt, wie jetzt noch in England. — Im i;ten Jahrhundertfindet man häufig edelgeborne Pastoren und Vikarien, Gowgra,fen und Gcrichtfchrciber, ja der Fall ist nicht selten daß derjüngere Bruder beim älteren Kaplan gewesen. '*)
Sonderbar ist's— früher durfte rin Adeliger nicht Bürger ineiner Stadt werden, und nicht einmal Dienstmann des Kaisers,ohne sein Geburrsrecht und Adelsehre zu verlieren; — und spä<ter, nachdem die Dienstmannschaft in Ansehen gestiegen, und sichdurch ritterliche Hebungen ausgezeichnet, so ist sie eine geschlos,sene Knappschaft geworden, und fast die einzige Quelle des Adels,so wie sie die einzige Quelle der Ritterschaft war.
Jetzt wurde Waffenehre auch die einzige Beschäftigung desAdels, und alle Meisterskinder mußten wieder in diese Knapp,
") Mdftrs Phantasien 4. S. SZZ.
"*) Man kann noch aus murre» Zeiten ein ähnliches Beispiel anfühwi.
. Die Familie von Wangenbein, bei Gotha hat die Besetzung einetPfarrstelle so in früherenIahrhundcrte» von der Familie gestistctwor-ten. Der alte Herr von Wangenbein,, der viele Söhne hatte, ließ ei-nen Theologie studirc», um dem die Stelle zu geben, wann sie durchden Todesfall eröffnet würde. — Dieses ist der jetzige Minister vonWangenbein,, der später die Theologie verließ, zur Rechtst»»-« über»ging und in Murteinbergische Dienste trat.