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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
Entstehung
Seite
237
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Von der Liebe.

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34. Je langer der Christ auf dem Wege desHeiles wandelt, desto mehr nimmt er auch zuan Erfahrung, und diese muß er nicht ausserAcht lassen, durch sie gelangt er zum feinen Ge-fühl der Unterscheidung, welches Paulus denGläubigen zu Philipps empfiehlt, in diesen Wor-ten: „Darum bete ich, daß eure Liebe je mehr„und mehr zunehme an Erkenntniß und an Ur- ,„theil (e), daß ihr erkennen möget die Unter-schiede, und seyn möget lauter und unsträflich„am Tage Christi, und erfüllet werdet mit Früch-ten der Gerechtigkeit, die da kommen durch„Jesum Christum, zur Ehre und zum LvbePMr.s„Gottes."

35. Aber selbst dieser feine Tact, den dieErfahrung gewährt, wirb oft fehlschlagen, wennnicht wahre Einfalt des Herzens, welche nichtswill als den Willen Gottes, in uns waltet.

36. Sehr schön sagt der weise und gottse-

(c) „Urtheil" das Wort der Urschrift: drückt

jede Art der Wahrnehmung aus, der Sinne, -dcS ^

Verstandes, der Empfindung. Hier spricht der > '

Apostel von dem feinen Tact, der durch die Ersah-

rung entsteht, und durch sie auch vermehrt wird.

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