Von der Liebe. 55
tränket mit Seinem Blut! Eine Erfindung derLiebe, die in keines Menschen Herz gekommenwäre! Wie ergoß sich Seine Liebe, nachdem Er,der HErr Himmels und der Erde, Seinen Jünn 2°h- xili,gern ein Beyspiel der Demut zu geben, ihnendie Füsse gewaschen hatte, in jenen Abschieds-reden die Er zu ihnen sprach, im Hause undauf dem Wege nach Gethsemane! Und wasmußten sie empfinden, als Er „Seine Augen„empor Hub gen Himmel, und" vor ihren Ohren„sprach: Vater, die Stund' ist gekommen, ver-herrliche Deinen Sohn, auf daß auch Dein„Sohn Dich verherrliche; so wie Du Ihm hast„Macht gegeben über alles Fleisch, auf daß Er„gebe das ewige Leben allen die Du Ihm gegen„ben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß„sie Dich, den Einigen wahren Gott, und Den„Du gesandt hast, Iesum Christum erkennen.
„Ich habe Dich verherrlichet auf der Erde, und„vollendet das Werk so Du Mir gegeben hast,
„daß Ich cs thun solte. Und nun, verherrliche„Mich, Du Vater, bey Dir Selbst, mit der„Herrlichkeit die Ich hatte bey Dir, ehe die„Welt war. Ich habe Deinen Namen offenbar„ret den Menschen die Du Mir von der Welt„gegeben hast; sie waren Dein, und Du hast sie„Mir gegeben, und sie haben Dein Wort gehaln