Druckschrift 
3 (1892)
Seite
VIII
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eine Anzahl von wichtigen Verträgen mit benachbarten Reichsständengezählt wurde; es ist von der Hand des Rathsschreibers MelchiorSchwarzenberger geschrieben und gibt eine alphabetisch geordneteUebersicht der Sammlung nach dem Inhalte der einzelnen Urkunden,welche bereits nach dem Betreff in 10 einzelnen Laden, A—H, K und L,geordnet waren. Diese Ordnung und Registrirung fand 1489 aufBefehl des Rathes statt. Etwa 1550 verfertigte der StadtschreiberJakob Urban ein neues Repertorium. Die Urkunden wurden innerhalbder Laden mit Nummern versehen, der Betreff genauer verzeichnetund die Datirung hinzugefügt. Dieses Verzeichniss wurde der neuenRevision im August 1605 zu Grunde gelegt. Da der Aufbewahrungs-ort der Privilegien, der Thurm bei St. Leonhard, in einem Unwetterschwer gelitten hatte, so befahl der Rath mehreren seiner Mitgliederin Gemeinschaft mit dem Stadtschreiber Laurentius Pyrander unddem Kanzlei-Verwandten Jost Authes den Bestand der wichtigenSammlung einer Durchsicht zu unterziehen. Deren Ergebniss war,dass man alle Stücke bis auf vier vorfand; von diesen sind zweispäter wieder aufgetaucht, die beiden anderen aber werden seitdemvermisst: eine Quittung K. Ludwigs des Bayern über den Empfangder Stadtsteuer von 1341 Juni 22 und ein Pergament-Privileg K.Eriedrichs von 1476 Mai 16 gleichen Inhaltes wie der Papier-Briefvon 1470 März 20 unter No. 358 des jetzigen Verzeichnisses. Dieseit Urbans Zeit erhaltenen Privilegien wurden von Authes verzeichnetund bildeten fortan die Lade J. Im April 1693 fand wiederum eineRevision der Privilegien statt, welche sich damals bereits im Mittel-gewölbe von Frauenrode befanden. Das bei dieser Gelegenheit vomRegistratur-Adjunkten Johann Martin Waldschmidt, einem um Stadt-archiv und Stadtbibliothek wohlverdienten Manne, angefertigte Reper-torium beruht wesentlich auf der Arbeit Urbans; es wurde vonWaldschmidt bis auf seine Zeit vervollständigt, von den späterenArchivaren bis auf Kriegk nachgeführt und ist bis heute im laufendenGebrauche geblieben. Die zahlreichen damals vermissten Stücke hatder Archivar Clauer später wieder aufgefunden bis auf die beiden,welche schon 1605 gefehlt hatten. Im August 1789 erfolgte wiederumeine Revision durch die Deputirten zum Archiv auf Grund desVerzeichnisses von 1693. Die Privilegien befanden sich damals imUntergewölbe von Frauenrode in 12 Laden — Clauer hatte die LadeM hinzugefügt — welche der Archivar Rücker nunmehr um 2, Nund O, vermehrte und über die er jetzt auch einen chronologischenIndex verfertigte. In der primatischen Zeit legte der Archivar Starckdie letzte Lade P an, Kriegk versah in den 60er Jahren, nachdem