Unter den Beständen des Stadtarchivs, welche sich auf dieauswärtige Politik Frankfurts im Mittelalter beziehen, nehmen die-jenigen die hervorragendste Stelle ein, welche in dem vorliegendenBande verzeichnet sind. Dass die Privilegien der Stadt an der Spitzestehen, mag auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen. Aberdie Erlangung von Privilegien, d. Ii. von Vorrechten, welche dieinnere Entwickelung der reichsstädtischen Verhältnisse den berech-tigten Einwirkungen des königlichen oder kaiserlichen Oberherrn,den mehr oder minder unberechtigten Eingriffen der benachbartenReichsstände entzogen, die Sorge für Wachsthum und Gedeihender Stadt allein der Bürgerschaft und deren verfassungsmässigerübrigkeit zuwiesen, war ein Moment, welches auf die auswärtigePolitik der Stadt von dem wesentlichsten Einfluss gewesen ist: dieErwerbung neuer oder die Bewahrung alter Privilegien hat oft dieStellungnahme des Rathes in politischen Fragen bestimmt, und wieihm einerseits die Drohung des Plerrschers mit Entziehung der Vor-rechte schrecklich war, so liess er sich andrerseits mit dem Ver-sprechen der Verleihung eines neuen Privilegs leicht zur Willfährigkeitgegen die Wünsche des Reichsoberhauptes bereit finden. Die anderenBestände, von denen Verzeichnisse hier veröffentlicht werden, alsKaiserschreiben, Wahltagsakten, Reichstagsakten, lassen schon in ihrenalthergebrachten Namen auf den Inhalt schliessen, und dass die Kopial-bücher zum grössten Tbeile das Gebiet der auswärtigen Beziehungender Stadt betreffen, soll unten bei Besprechung des Inhaltes der ein-zelnen Bände näher dargelegt werden.
Die Verzeichnisse, welche der vorliegende Band bringt, sindmit theilweiser Benutzung von Kriegks Registern bis auf die der Wahl-tags- und Reichstagsakten von dem Unterzeichneten hergestellt worden;die Register über diese beiden letzteren Archivbestände hat HerrDr. R. Froning ohne Anlehnung an frühere Arbeiten verfasst undauch in dieser Einleitung über die von ihm bearbeiteten ArchivalienBericht erstattet.
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