Druckschrift 
Der Laubacher Barlaam : eine Dichtung des Bischofs Otto II. von Freising
(1184 - 1220)
Entstehung
Seite
471
Einzelbild herunterladen
 

- 471 —

Der alte sprach dö sin gebet,15695 gnade saget er da zestet

gote. Do daz was getan,

dö begunden sie sich vän,

mit armen umbesliezen,

si enwolde es niht verdriezen.15700 Sie twungen sich zuo den brüsten,

mit triuwen sie sich kusten.

Ir minne diu was liarte gröz,

vil kleine sie des verdröz.

Dö sie die not gebuozten,15705 benamen sie sich gruozten;

sie sazen unde sprächen gnuoc

des dar sie ir herze truoc.

Do sprach der vil alte gom:

'Liebez kint, wis willekom,15710 gotes kint bederbe,

des liimelriches erbe,

wan du von dinem sinne

hast Jesnm Krist ze minnen

für -allez wereltliche guot.(s. 722) 15715 Du hast gesetzet dinen muot

als ein wiser koufman,

der verkoufen gar began

sin guot umb einen tiuren stein,

dem edeler nie wart /de\kein.15720 Din sin noch allez rehte vert;

du hast din guot vil gar verzert

an einen acker äne strit

an dem (ein) schätz verborgen lit.

Nu gebe dir got sin ewikeit15725 für daz guot daz doch vergeit!

Daz hret ich gerne nü vernomen:

sage, wie bistu her bekomen?

Wie stuont din dinc, daz sage mir,*15694 da 15699 es] fin 15704 Dö] Da aus Die 15710

biderbe 15725 vget.