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Der Laubacher Barlaam : eine Dichtung des Bischofs Otto II. von Freising
(1184 - 1220)
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454
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Sus lert uns (der) apostolus,15125 der vil guote Paulus,

er sprichet unerbolgen,

daz wir dem fride volgen

unde heiliclichen leben,

wand anders enmac got niemen sehen.15130 Denk an der liute unstastikeit

und an der werelt üppikeit.

Snel ist unde manicvalt

ir wandelunge. Du behalt

vil reine din gemüete.15135 Manger bände güete

vaste din gemüete twinc.

Swer dicke wandelet sin dinc,

daz ist ein zeichen vil bereit

daz der muot hat unstsetikeit.151« Wis statte an dinem niuote,

daz kumt dir gar ze guote.

La ander wegen grözen ruom

durch wereltlichen richtuom.

Gedanke bcese sin dir leit.(s. 701) 15145 Der nature krancheit

die merke und ouch diz kurze leben,

daz ist dir ungewis gegeben;

daz fleisch den tot muoz liden.

Durch daz soltü verniiden15150 höchvart unde unrehten spot.

Fürhte ouch den waren got

des himelriches herren,

so enmac dir niht gewerren,

so lebestu sicherliche15155 iemer srelicliche,

als alle die daz wol bewarnt

daz sie die rehten sträzen varnt.

15124 lerfce 15130 Gedenche 15137 wandelt 15146

merke S 4 , werke verb. Cy 15151 Vorchte 15152 h're

15153 gewern.