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Der Laubacher Barlaam : eine Dichtung des Bischofs Otto II. von Freising
(1184 - 1220)
Entstehung
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VIII
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biscliof Otto von Culm (1323—1348) zu erweisen, was man aberallgemein ablehnte. Vgl. die ervvähnungen in den litteraturgeschichtenvon Waclcemagel-Martin 1 2 206, Kdberstein I c 195, Goedelce,Grundriß 1 2 123 und bei Kuhn Abliandl. d. Münch. akad. XX, 69.

Der verstorbene Ernst Martin hatte die gute, mir die arbeiteines seiner schüler, der vor der promotion starb, A. Jenisch zurVerfügung zu stellen. Dies wohl aus den 90er jähren des vorigenjh.s stammende manuskript 'Barlaam und Josaphat von Otto dembischof enthält zunächst einen ausführlichen vergleich Ottosmit Rudolf und dem lateinischen original, der aber nur mate-rialsammlung ist; eine Zusammenfassung des gleichartigen wirdnicht versucht. Der zweite und dritte teil, über verskunst undspräche, dem sich als vierter ein 'Verzeichnis der wichtigen und auf-fälligen reime' angliedert, scheiden oft nicht scharf genug zwischendichter und Schreiber. Andere irrtümer treten hinzu — formoln,die fast allen gedienten des 12. jh.s angehören, müssen herhalten,den LBarl in die nähe von Hartmanns 'Kede von glauben' undLamprechts Alexander zu rücken, das fehlen jedes charakteristischmitteldeutschen Wortes wird aus der wortarmut des dichters er-klärt ■— und so kommt Jenisch zu dem ergebnis, als heimat desgedichts Hessen anzunehmen. Besser stimmt die von ihm angesetzteabfassungszeit 1190. Ein anhang bringt'Wesentliche besserungen',die vielfach mit meinen übereinstimmen ; häufig bleibt freilich ver-derbtes stehen oder wird imanstößiges geändert. Gelegentlich habeich aber auch die vorschlage Jenischs in den text aufnehmen kön-nen, z. b. 5344. 5Ü73. (»021. 8543. 10361. 10633 f. 11197. 15039.

Der LBarl. ist nns in einer einzigen, aus dem früheren cis-terzienserkloster Arnsburg bei Lieh in die gräflich Solmsschebibliothek zu Laubach gekommenen h an ds ehr ift 1 ) von 380blättern überliefert. Sie ist von vier md. schreibein (S 1 bis vers532; S 2 bis 3418; S 3 bis 3476; S 4 bis 16704) gegen ende des 14. Jahr-hunderts vermutlich im kloster Arnsburg geschrieben und von drei

1) Die genauere beschreibung diss. § 7—13. Zu § 10: Nach Jenischsollen die am Schluß der hs. stehenden 'mit farbigem bleistif'te einge-tragenen, gänzlich ausradierten und kaum mehr leserlichen worte,lauten: Bit buch ist Johannis des webemeisters scriba zu Arnsburg.