Nr. 299. 1540 Juni 6. 493
vertretenen Silbermünzen römischer Konsuln, die er Ottheinrldizum Geschenk macht. Bittet, Ihm gelegentlich ein Stück Wlld-pret zu schicken.
München. Geh. Hausarchiv: Reinschr. mit eigenhünd. Unterschr. — Adr.:Dem durchleichtigen hochgebornen fursten und herren herren Otheinrichen,pfalzgrafen bei Rhein und herzogen zu Nidern- und Oberen Bairen etc.,meinem gnadigen herren.
Durchleichtiger hochgeborner fürst, gnadiger herr etc. Alsverrückter tage zu E. f. G. mein lieber sone doctor ClaudiusPius 1 wollen verreiten, hab ich ime under anderem bevolhen,E. f. G. undertaniglich zu bitten, mir irer alten Römer münze re-gister 2 etlich tage anzuleihen, das E. f. G. gnadiglich verordnet.Solch register auch E. f. G. ich hiemit undertaniglich wider unddaneben zehen alter Römer consulen silberin pfennig, die E. f. G.hievor (wie ich acht, dweil in bemeltem register nit begriffen)nit haben, zuschicke. Demnach mögen E. f. G. die selben zu irenanderen consulen legen und dabei behalten lassen. E. f. G. hetteich auch etlich alter kaiser pfennig zugesandt, befunde aber ingedachtem register, das bei E. f. G. durchaus dergleichen undmerer, weder ich hab, verzeichnet steen. Ferrer als auch deregerurten zehen consulum namen auf egerurter alten münze ander schritt gekürzt sein, hab ich darauf diesen zedel, wie dieselb schritt nach lengs gelesen und verstanden werden mog,eingeschlossen. Und zu jungst E. f. G. undertaniglich bitte, mich(zu irer gelegen zeit) in dieser grasfeuste mit ainem frischen wild-praet versöhen zu lassen, das und allen anderen gnadigen willen,so E. f. G. Durchleichtigkait bisher mir gnadiglich getragen habenund noch tragen, umb dieselben ich undertaniglich zu gedienenalzeit bereit und willig bin.
Dat. Augspurg auf sechsten tag iunii anno etc. im 40sten.E. f. G. undertanigerChuonrat Peutinger, beder rechten doctor etc.Auf dem beillegenden Zettel:
1. Caius Fabius Cai filius. — 2. Caius Licinius Lucii filiusMacer. — 3. Caius Norbanus XXXX. — 4. Caius Vibius Cai
1 Seit Pfingsten 1534 Syndikus der Stadt Augsburg: vgl. Roth 2 S. 198.
2 Über Ottheinridi als Sammler antiker Münzen vgl. L. Rodtinger, DiePflege der Gesdddite durdi die Wittelsbadier (Akadem. Festsdirift) S. 35 u. 50ff.