Nr. 294. 1537 nach Januar 8. 483
fleiss besichtiget und verlesen, auch nit wenig wollust und freudedarab entpfangen, umb das es jezo (wiewol langsam) darzuokomen will, das erbar leut ir voreitern, derselben alt herkomen,ehre und loblich erbar leben wider zuo gedechtnus fuehren, dasdan inen und iren nachkomenden geschlechten gegen dem al-mechtigen Gott, unserm lieben herrn, und auch der weit imnachvolgen christenlich, ehrlich und wol zuosteend ist. Dieweilaber etlich unser voreitern solliches bisher nit getan, sonder invergessen und underlassen gesteh, dadurch vil ehrlicher Sachenund woltatten der gedechtnus entgangen und in ain unbilligvergessen gebracht worden. Also wa weilundt der alt Hans <!>Gossenbrot seeliger, den ich in meiner jugend gekendt hab,alhie nit gewesen, so waren vil der alten geschlecht, die mannoch die von herrn benennet, gar aus der gedachtnus entwichenund abgefallen; wellicher auch ein buechlin 1 hinder im ver-lassen hat, darin dieselben alten geschlecht mit iren zuonamenund wappen, der etwan zwaiundfünfzig alhie gewesen, sambtetlichen andern wenigen, so dazuomal si neben inen in irer ge-sellschaft, doch nit das si auch von herrn gewesen, gehabt haben,die auch zuo inen in ir gesellschaft gangen, begriffen; wellichesbuechlin herr Ulrich Relinger, alter burgermaister, 2 mein lieberherr und vetter, noch bei handen hat, ich auch des abschrift ge-habt, aber dieselb ist mir aus meinem gewalt komen; nit waissich, wie noch in was gestalt. Doch under und aus der zahl der-selben zwaiundfünfzig geschlecht, darin die Welser auch be-nennet, und bissher auch also gehalten worden, das vor etlichhundert jaren und darnach, bis die erbare zunft alhie aufkomen,allain vierundzwainzig den rat dieser statt versehen haben, ausdenselben alle jar zween pfleger und doch etlich jar darnach zween
Welser~vorn27.Dez. 1536 (abgedruckt: Welser 1 S. 1 f.), aus einem weiterenBriefe Jakobs vom 1. Jan. 1537 an Konrad Haller (ebd. 1 S. 2ff.) sowie ausPeutingers kritischen Bemerkungen.
1 Dieses „buechlin" Sigmund Gossembrots (vgl. oben Nr. 6) ist noch er-halten als Cod. Germ. 98 der Münchener StsB: vgl. darüber E. Petzet, Diedeutschen Pergamenthandschriften der Staatsbibl. in München (1920) S. 172f.
2 Ulrich Rehlinger, 1523—35 in den ungeraden Jahren Bürgermeister -von Augsburg, „unter allen Ratsherren der eifrigste Förderer der Reforma-tion", war ein Schwiegersohn Sigmund Gossembrots;-vgl. über ihn Roth 1
S. 88 u. ö.
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