Nr. 266. 1527 November 10. 421
Hochgelerter, gebietender, freundlicher lieber her und freund,in grosser gehaim, eil und gescheft, so ich etlich vil tag mit ernstund vleis solicitiert, geloffen und gearbait hab, tun ich euch zuwissen, das ich alle brief, copia und ander missiven meiner gn.gunstigen lieben heren N., burgermaister, und ratgeben empfangenund, wiewol ich mit ernst und vleis kai. Mt. etc. ire brief gelesen,unter anderem underteniglich I. Mt. von meiner herren wegendank gesagt, das I. Mt. inen so gnedig und des prinzen geburtvor andern verkundt haben: 1 ist I. Mt. vast wol zufriden etc.und gnediglich solchen dank angenomen etc.
Aber das ich zu dem handel 2 kotne und nit vil ambagesfür mich neme, so bit ich euch als meiner gn. heren von Augs-purg obersten und innersten rat, auch zu dem ich mich allesguts, ern und liebs versieh, ir wellet in der grossen eil ditz meinschreiben, so ich nach vil gehabter arbeit, sorg und angst euchvor allen andern in geheim nit bergen wolln, was mir nu etlichjar und zeit in unser muntzsachen entgegen gestanden etc.
Der darauf folgende Bericlit über seine eifrige Tätigkeit imDienste der Stadt und den dadurch allen Widerständen zum.Trotz erreichten günstigen Stand Ihres Münzstreites mit demBischof* schließt mit dem Rat: Last euch in kain weg abtreiben,münzet für und für, kain unwil, kain ungnad noch kain verwurknus
1 Karl V. hatte die am 21. Mai 1527 in Valladolid erfolgte Geburt seinesSohnes Philipp sdion am folgenden Tage dem Rate von Augsburg eigensmitgeteilt: Augsburg, StA: Literalien. Ursdir.
2 Gemeint ist der Münzstreit zwischen dem Rat und dem Bischof vonAugsburg: Das durch Peutingers Bemühungen während des Wormser Reichs-tages (vgl. Nr. 213f.) am 21. Mai 1521 für die Stadt erwirkte kaiserl. Münz-privileg hatte der Bischof Christoph von Stadion als eine Beeinträchtigungseiner eigenen Münzgerechtigkeit angefochten, wobei ihm die Unterstützungdes Sdiwäbisdien Bundes zuteil geworden war. Trotz zweier am 15. Sept. 1523von Karl an den Bund und den Bisdiof zugunsten der Stadt erlassener Mandatewar der Streit weitergegangen (Klüpfel 2 S.275; ZHVSdi 6 S.293u.295;G. W. Zapf, Christoph von Stadion [1799] S. 27ff.). Der Rat hatte sidi dar-auf nodimals an den Kaiser gewandt und am 5. April 1526 Balthasar Merk/inzu seinem Fürspredi am Hofe ernannt (Roth 1 S.279).
3 Karl V. hatte am 8. Nov. 1527 in einem versdiärften Mandat an Christophv. Stadion das Münzredit der Stadt erneut in Schutz genommen. Da derSdiwäb. Bund sidi sdion am 1. Juni desselben Jahres für eine gütlidie Bei-legung des Zwistes ausgesprochen hatte (Klüpfel 2 S. 309), gab der Bisdioffortan seinen Widerstand auf. Vgl. Zapf a. a. O.