Nr. 260. 1526 März 6. 411
260.Von Erzherzog Ferdinand. 1526 März 6. Augsburg.
Peutinger soll die zu den historischen Werken K- Maxi-milians gehörigen Holzstöclteusw., die Melchior Pfintzing an ihnzu scliicken angewiesen ist, in Empfang nehmen und sofort anMarx Treitzsaurwein nach Wien weitersenden.
Wien, Reidisfinanzarduv: Hoffinanz. Entw.Gedruckt: JKSK 3, 2 Nr. 2869.
Ferdinand etc. Ersamer, gelerter, besonders lieber, als wirdir jungstlich geschriben und an dich begert haben, 1 so dir derersam geistlich unser lieber andechtiger Melchior Pfintzing, brobstzu sant Sebald zu Nurmberg und sant Alban bei Mentz, a dieSachen und formen, so zu unsers lieben herren und anherrenkaiser Maximilian hochloblicher gedechtnus historien gehören under noch bei seinen banden hat, zueschiken werde, das du diezu unsern handen annemen und verwaren sollest; und nachdemwir mit unserm getreuen lieben Marxen Treytzsauerwein, unsermrate, Niderosterreichischen canzler und pfleger zu Stuchsnstein,sovil gehandlt und beslossen, gedachter kais. Maj. historien zu-sammenzubringen und dannen zu richten,- so haben wir ge-dachtem brobst abermals geschriben, das er mit Zusendung be-rurter formen und historisachen nicht verziehe. 3 Darauf begeren
» Der Abdruck im JKSK hat irrig Metz.
1 Dieser Brief ist nidit erhalten.
2 Ferdinand plante damals die Vollendung und Herausgabe sämtlichervon seinem Großvater vorbereiteten historisdien Werke, von denen bis dahinnur der von Meldiior Pfintzing überarbeitete „Theuerdank" i. J. 1517 ge-druckt, jedodi nodi nidit im Budihandel ersdüenen war. Am 1. März 1526hatte der Erzherzog aber die Durdiführung des Planes mit Treitzsaurwein.dem literarisdien Helfer Maximilians bei der Abfassung seiner autobio-graphisdien Schriften, vor allem der beiden ersten Bücher des AVeißkunig".einen Vertrag abgesdüossen: JKSK 3, 2 Nr. 2868. Vgl. dazu S. Lasdiitzer imJKSK 7 S. 44; 8 S. HO. Der schon im Jahre darauf erfolgte Tod Treitzsaui-weins (s. R. v. Liliencron in der ADB 38 [1894] S. 559) hat das Unternehme!:vereitelt.
3 Dieses Sdireiben an Pfintzing, vom gleichen Datum wie das an Peu-tinger geriditete, s. JKSK 3, 2 Nr. 2870. Pfintzing hatte u. a. das von Treitz-saurwein angelegte .Fragbudi" über den „Weißkunig" vom Kaiser zur Ver-wahrung erhalten: vgl. JKSK 1 Nr.374; 6 S.XXIV.