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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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266
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266 Nr. 165. 1515 November 16.

165.Von Nikolaus Ellenbog. 1515 November 16. (Ottobeuren.yBeklagt sidi, daß er die Chronik seines Vaters ohne dieerbetenen Verbesserungen zurückerhalten hat. Übersendet sienodimals mit der inständigen Bitte, Peutinger möge ihr dodieinen kleinen Teil seiner abendlichen Mußestunden widmen.Stuttgart, LB: Hist. Hs. 4» Nr. 99 fol. 204'f. Abschr. Ellenbogs.Gedruckt: Zapf S. 157.

Frater Nicolaus Ellenbog Conrado Peutinger S.D.

Perdocte vir, Chronicam genitoris a te missam accepi, sednon talem, qualem desiderabam. 1 Nihil enini in ea expunxisti,nihil immutasti nee mendas ullas, quibus scatet plurimum, trans-verso notasti calanio, quum tarnen id imprimis a te fieri efflagi-taverim. Tu forsan eam tanto studio dignam non iudicas, autquondam ad me coneeptus fervor refriguit. Utcumque sit, librumtibi remitto, petens enixius, ut hac in re mihi non desis, sedtantillum tempus his protractioribus noctibus, quae utique actioni-bus publicis minus sunt idoneae, libello impertias ipsumque per-legas et in transcursu errata elimines ac reformes; quod ut faciasetiam atque etiam rogo. 2 Vale.

In die Othmari 1515.

dagegen war seine Annahme, der Brief sei. an Dürer gerichtet gewesen,zweifellos irrig. Karl Giehlow hat (a. a. O. S. 71 — 74) sdiarfsinnig und Über-zeugend dargetan, daß der Inhalt des Schreibens für den in Freiburg tütigenMaler Hans Baidung Grien bestimmt war, dessen Anteil an den Rand-zeichnungen des Gebetbudies genau drei trittern (= 3x3 Doppelblätter) um-faßt. Als Muster werden dem Künstler von dem mit der Leitung der Arbeitenbetrauten Peutinger 29 plat (Doppelblätter) fertiger Zeichnungen, d. h. genauder Anteil Dürers (unter dessen Zeichnungen finden sich gerade auch die imBriefe erwähnten Darstellungen der hl. Dreifaltigkeit und des hl. Georg)und Lukas Cranadis, zur Verfügung gestellt. Giehlow nimmt an, daß dasSchreiben nidit an Baidung Grien unmittelbar, sondern an einen der humani-stischen Freunde Peutingers in Freiburg (vielleidit Dr. Jakob Mennel, mitdem Peutinger durdi gemeinsame Arbeiten für die „Genealogie" des Kaiserssicher in Verbindung stand) als Mittelsmann geriditet gewesen sei. Alsfrühestes Datum ergibt sidi der Spätsommer 1515, da Dürers Anteil erstim Juli dieses Jahres vollendet war und dann noch die Fertigstellung derCranachsdien Blätter abgewartet werden mußte. x Vgl. Nr. 150f.

2 Peutinger hat auch diese wiederholte Bitte Ellenbogs nidit erfüllt. Dasmag dazu beigetragen haben, daß dieser den brieflidien Verkehr mit ihmabbrach und erst am 8. März 1530 wieder aufnahm.