240 Nr. 144. 1514 Ende Januar—Februar.
144.An Veit Bild. 0514 Ende Januar — Februar. Augsburg.}Ersucht Bild um seine Meinung über die übersandte Herakles-münze sowie um Prüfung seines eigenen für den Kaiser be-stimmten Gutachtens über sie. Die übersandte Landkarte istnur für Bild, nicht für den Abt bestimmt.Augsburg, OA: Hs.81 III fol.9r. Absdir.Gedruckt (unvollständig): Lotter-Veith S. 211.Regest: Schröder Nr. 70.
Ego ad te omnia, quae miseram, non petivi. Volui nomismaet quid de eo sentires, ut rescriberem caesareae M". Mentemmeam ab exemplo tibi transmitto. 1 Tuum erit, ut rogo, singulavel bene perspicere vel, si non placent, despicere vel confodirevelis. Expunge et adde; singula remittas cito, et si quid ex mevolueris, iube. Verum chartam abbati tuo 2 non misi nee is beneintelligit; transmittendae sunt eruditioribus, cum paucas admodumfecerim exprimere. 8 De tua Charta, quam misi, silendum, neeabbati de ea dicas. Vale et rescribe, iterum rogo._________ Tuus Peutinger.
1 Die mit Nr. 143 an Bild gesandte Silbermünze mit einer Darstellungdes Herakles und der Umsdirift HPAKAEOY2 2QTIIPOS 6AEIQN stammteaus einem in Oberungarn gemaditen Münzfunde und war Peutinger vomKaiser zur Deutung übergeben worden. Der Stadtscr., eiber hat darüber einelängere Abhandlung verfaßt, die in der Hist. Hs. 2° 248 (fol. 26—32) derStuttgarter LB (Entwurf) und im Cod. Lat. 3344 der Wiener Nationalbibl.(Reinschrift) erhalten ist. Sie ist eingehend gewürdigt von K. Giehlow inden Mitt. d. (Wiener) Ges. f. vervielfältigende Kunst (Beilage der „GraphischenKünste") Jahrg. 26 (1903) S. 29—34. Vgl. König S. 28. 2 Johannes Sdirott.
3 Das bezieht sich auf die sogenannte Karte (von Mitteleuropa) desNikolaus von Cues. Über sie und besonders Peutingers Anteil an ihrer Ver-öffentlidiung habe ich gehandelt in der Festsdirift der Görresgesellsdiaft fürG. v. Hertling (1913) S. 337—41. Die obige Briefstelle (im Abdruck desBriefes bei Lotter-Veith nicht enthalten) war mir damals noch unbekannt.Durch sie wird nun meine schon a. a. O. S. 339 geäußerte Vermutung be-stätigt, daß Peutinger von der in seinem Besitz befindlidien Kupferplatteder Karte zunächst nur wenige, für seine gelehrten Freunde bestimmte Probe-abdrucke hatte herstellen lassen, von denen einer in dem Exemplar deiMünchener Armeebibliothek erhalten ist. Zu den .eruditiores", denen Peu-tinger einen Abdruck gesdddit hat, gehörte Dr. Johannes Eck, der die Karte1518 in der Vorrede der von ihm besorgten deutschen Ausgabe des „Trac-tatus de duabus Sarmatiis" des Matthias von Miechow erwähnt; vgl. meineAbhandlung S. 338 f.