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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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226
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226 Nr. 133. 1513 Oktober 5.

Terwanna auf 26. tag augusti, 1 durch Vinsterwalder gefertiget,mir auf 24. tag septembris durch E. Mt. singer, Vogels 2 bruder,alhie geantwurt worden, in dem E. kais. Mt. erstlich melden,als die mir bevolhen haben, Irer Mt. zehen betbuechlin zu-zeschicken, mit beger, dieselben buechlin auf das furderlichestE. kais. Mt. zuzeschicken, 3 darauf E. kais. G. in aller undertanig-keit zu wissen fueg, wiewoll mir derhalben nit sonder verschribenbevelh von E. Mt. zukomen, so ich doch solch buechlin, dasdie getrukt werden solten, von dem Schonsperger 4 vernomen,das Schonsperger bis zu Verfertigung derselben für sich far,bisher allen fleiß ankert hab, daruf im auch Paumgartner 520 guldin umb pirment und ander notturft dargestreckt hat.Sagt aber derselb Schonsperger jetzo, das er mangel an denpressen hab, darumb noch in sechs wochen kaum gefertigetwerden mog. 6 Doch hat er mir ain muster auf pirment davon

1 Nicht erhalten. 2 Wohl der kaiserl. Kammerbeamte Georg

Vogel; vgl. unten die Briefe vom 22. Dez. 1522, 1. Jan. und 19. Febr. 1523.8 Es handelt sich um die in 10 Exemplaren auf Pergament in Folio her-gestellte Prachtausgabe des .Gebelbuches Kaiser Maximilians", die nadi KarlGiehlows — von Georg Leidinger neuerdings in Zweifel gezogener — Ver-mutung den fürstlichen Mitgliedern des St. Georgen-Ritterordens (gegründet1469 von Kaiser Friedrich III. und Papst Paul II, zur Bekämpfung der Türken)zugedadit waren. Das für den persönlidien Gebraudi des Kaisers bestimmteExemplar (heute in München, Wien und Besancon) haben Albrecht Dürer(fol. 7r—56v) und andere Künstler mit den berühmten Randzeidinungen ge-sdimückt; vgl. die Facsimileausgäbe von K. Giehlow (Wien im Selbstverlag1907) und die technisch noch bessere, von G. Leidinger eingeleitete, die 1922im Münchener Kunstverlage von Riehn und Reusdi erschienen ist. — Einanderes Exemplar, das der Kaiser Peutinger schenkte und dieser von einemAugsburger Maler mit Miniaturen zieren ließ, ist heute in der VatikanisdienBibliothek (Cod. membr. III 13, früher Ottobonianus 577; vgl. H. Ehrens-berger, Libri liturgici bibl. Apostolicae Vat. mss. [1897] S.367). Ein drittes,in der Bibliothek des Sir Thomas Brooke in Armitage Bridge (Huddersfield),war 1555 im Besitze Michael Hummelbergs aus Feldkirch, eines Neffen desgleidinamigen Humanisten, der es wohl durdi Peutinger erhalten hatte. Vgl.zum Vorstehenden K. Giehlow, Beiträge zur Entstehungsgesclüdite des Gebet-buches Maximilians I. im JKSK 20 (1899) S. 30—112 und die GeleitworteGiehlows (namentlidi S. 7ff., 13 und 19ff.) und Leidingers (namentlich S. 10f.)zu den oben genannten Facsimileausgaben.

4 Johann Schonsperger d. Ae., kaiserl. Budidrucker in Augsburg.

6 Hans Paumgartner d. Ae. ° Die Beendigung des Druckes

erfolgte am 30. Dez. 1513; vgl. Giehlow, Geleitwort S. 8.