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Konrad Peutingers Briefwechsel
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200
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200 Nr. 118. 1513 April Ende.

Augspurg anzunemen, des ich willig gewesen were, und ist daraufaus bevelh E. Mt. durch den Paungartner 1 und nachvolgenddurch den Fugger 2 die sach entlich mit mir obgemelter massenbeschlossen worden. 3 Und so aber der genant herr Pauls dieverschreibung, wie obstat, hat wollen aufrichten, haben gedachtvom capitul begert, in die selb verschreibung zu seczen, das dergenant Welser sich nit allein der domherrnpfrund, sonder auchaller officia, prelatur und personat verschreiben solt, die auf denselben stift nit anzunemen, das doch durch genanten herrenPaulsen in der abrede nit allein mit mir nit geredt, sonder gegenmir nie gedacht worden ist, des ich mich auf herren Paulsenzeuche. Herauf E. kai. Mt. in aller undertanigkeit bitte, dweilauf E. kai. Mt. begeren und herren Paulsen abred ich meinemschweher nit änderst, dan wie gemeldt abred laut, furgehaltenund ich deshalben gegen im an der warheit besteen mog, diewollen dem genanten herren Paulsen ernstlich bevelhen und beiim verfuegen lassen, das er unangesöhen des gemelten capitulsungepurend zusacz den Vertragsbrief laut seiner abrede furder-lich aufrichten und fertigen lasse. Das um E. kai. Mt. ich in allerundertanigkeit zu verdienen beger.*Ohne Datum.

1 Hans Paumgartner d. Ae. 2 Jakob Fugger.

3 Das Datum der Einigung läßt sich aus den von mir herangezogenenArchivalien in Augsburg und München niclit feststellen. Sie ist aber sicherwährend Maximilians Anwesenheit in Augsburg (vom 19. März bis 20. April;vgl. oben S. 193 Anm. 1) erfolgt. Als Entsdiädigung für seinen Verzicht aufdas Augsburger Kanonikat sollte Christoph Welser, wie aus seinem Briefean Peutinger vom 9. Mai (Nr. 121) hervorgeht, auf Lebenszeit eine jährlichePension von 200 Gld. rh„ davon je 50 aus den Gütern Pauls von Liechten-stein und aus einem kaiserlichen Zoll, erhalten. Der Vergleidi trat übrigensnicht in Kraft; vgl. Nr. 121.

4 Peutingers Bitte entsprechend schrieb der Kaiser am 3. Mai 1513 vonKaufbeuren aus an Paul von Liechtenstein: . . . Als du zwischen dem capilelzu Augspurg und des Welsers son ain abred ains Vertrags aufgericht und ge-macht hast, emphellen wir dir mit ernst, das du denselben vertrag, wie duden abgeredt hast, aufrichtest und verfertigest und dich kainer partei auszugdarin irren oder verhindern lassest, damit dieselben parteien der Sachen zuend kernen etc. (Augsburg, StA: Welser-Selekt. Abschr.). — Auf Grund desDatums vorstehenden kaiserlichen Befehls läßt sich Peutingers Gesuch, dasaußerdem die Abreise Maximilians von Augsburg (20. April) voraussetzt,auf Ende April ansetzen.