140 Nr. 88. 1511 März 11.
halben zu Friburg obgemelter zeit furgenomen worden und sichmit den genanten von der Layter destbas darein schicken mögen,haben der selben E. G. wir nit wollen verhalten, das in kais. Mt.hofrat, dabei wir auch gewest sein, auf anbringen doctor DietrichsRysachers, beisitzers am camergerichten, der dan etlicher mengelhalben, das ca'mergericht belangend, zu kais. Mt. geschickt, be-schlossen worden ist, dweil die herren von der Layter ir achtallein wider den herzogen zu Venedig mit urteil und recht er-obert und darzu acht und aberacht si erlangt haben, das sichdan die auf ander birger zu Venedig und die kaufleit, so mit inhandeln, nit strecken möge, angesehen, das under den herzogenund der gemeine herschaft daselbs nach gelegenheit irer oberkeitain großer underschid sei. Deshalben der von der Layter pro-curator von iren wegen in seinen begeren allein den gedachtenherzogen gemeldet, also nit zu gnugsamer rechtfertigung widerdie herschaft zu Venedig und sonder burger daselbs gehandelt.Demnach kais. Mt. ain declaracion getan und dem camergerichtbevolhen haben, 1 dermaßen mit recht auch zu erkleren, als E. G.ab eingeschlossner copien zu vernemen haben. Das alles dandem gnanten doctor vom camergericht auch woll gefallen undsolchs an camerrichter und sein beisitzer zu bringen angenomenhat. Wo dan diser weg am camergericht erlangt, wirde man denherren von der Layter nit sonders schuldig zu tun, zu dem auch
1408 nach Baiern übergesiedelt war (vgl. Ed. Wimmer, Oberbair. Archiv 31[1871] S. 84 ff.), hatten während des Krieges gegen Venedig von der Republikdie Zurückerstattung der früheren Besitzungen ihres Hauses gefordert undvom Kammergericht die Verhängung der Acht gegen den Dogen erwirkt.Dadurch waren die in Venedig lagernden und von dort auszuführenden Warender Augsburger und anderer oberdeutsdier Kaufleute in sdiwere Gefahr ge-raten. Auf wiederholte Verwendung Peutingers hatte der Kaiser am 2. Jan. 1510zunädist der Weiser-Gesellschaft erlaubt, trotz der Acht mit Venedig Handelzu treiben, und am 11. Okt. 1510 dem Kammergericht wie audi den Herrenvon der Leiter befohlen, dafür Sorge zu tragen, daß alle mit einem kaiser-lichen Geleitbrief versehenen Kaufleute von der Adit unbehindert blieben.Vgl. Simonsfeld 2 S. 121 f.; die erwähnten kaiserl. Erlasse ebd. 1 Nr. 676und 678, S. 384 f. und 386f.
1 Kaiserl. Mandat an das Kammergericht vom 21. Febr. 1511: Harp-predit 3 S. 262f. Sdion vier Tage vorher hatte Maximilian den Herren vonder Leiter geboten, sein den Kaufleuten gegebenes Geleit zu aditen; Simons-feld 1 Nr. 688 S. 395.